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Dach & Dachrinnen

Dach & Dachaufbau

Fachlich noch nicht freigegeben. Text und Zeitwerte sind recherchierte Anhaltswerte und gehen vor der Veröffentlichung durch Romans Hand.

Ein Ziegelstück im Vorgarten nach dem Herbststurm, ein Wasserfleck an der Decke im Obergeschoss, eine Rinne, die bei jedem Regen überläuft: So meldet sich das Dach meist zuerst. Es bekommt Regen, Sturm, Schnee und Sonne ungebremst ab und wird doch kaum einmal aus der Nähe angesehen. Viele Schäden wachsen deshalb lange unbemerkt.

Wer weiß, wie Eindeckung, Anschlüsse und Dachentwässerung zusammenarbeiten, erkennt Warnzeichen früher und kann Arbeiten in Ruhe planen statt im Notfall. Vieles davon lässt sich vom Boden aus prüfen, ohne einen Fuß aufs Dach zu setzen. Die Arbeit oben gehört dagegen in die Hände eines Fachbetriebs.

Was gehört zu Dach und Dachrinnen?

Ein Dach ist ein System aus Schichten, das bei geneigten Dächern meist ein Dachstuhl aus Holz trägt. Darauf folgen je nach Aufbau die Dämmung mit einer luftdichten Schicht zur Raumseite, eine Unterspannbahn als zweite wasserführende Ebene und die Lattung. Außen liegt die Dacheindeckung aus Ziegeln, Dachsteinen, Schiefer oder Metall. Ein Flachdach braucht statt der überlappenden Deckung eine durchgehende Abdichtung.

Ebenso wichtig sind Ränder und Anschlüsse: der First oben, der Ortgang am Giebel und die Traufe unten, an der das Wasser in die Rinne läuft. In einer Dachkehle fließt das Wasser zweier Dachflächen zusammen. Schornstein, Gauben und Dachfenster werden mit einem Anschlussblech oder flexiblen Anschlussbändern eingebunden, Rohre mit passenden Formteilen. An solchen Stellen beginnen Schäden häufig, nicht mitten in der Fläche.

Die Dachentwässerung sammelt das Regenwasser und führt es geordnet vom Haus weg. Dazu gehören:

  • Dachrinnen: Sie hängen an der Traufe in Rinnenhaltern und sind in der Regel mit leichtem Gefälle verlegt.
  • Einläufe: Über den Rinneneinlauf gelangt das Wasser ins Fallrohr, oft hält dort ein Laubfangkorb grobes Laub zurück.
  • Fallrohre: Ein Fallrohr führt das Wasser an der Fassade nach unten, meist über ein Standrohr in eine Leitung im Boden, eine Versickerung oder eine Zisterne.
  • Flachdächer: Sie entwässern meist über Abläufe in der Dachfläche. Ein Notüberlauf sorgt dafür, dass das Wasser auch bei verstopften Abläufen einen Weg ins Freie findet.

Warum sind Dach und Dachrinnen wichtig?

Das Dach schützt alles, was darunter liegt. Weil kaum jemand regelmäßig hinaufschaut, fällt ein Schaden oft erst auf, wenn sich innen ein Fleck zeigt. Bis dahin sind Lattung, Dämmung und Holz womöglich lange feucht gewesen. So wird aus einem verrutschten Ziegel schnell eine Sanierung.

Ebenso wichtig sind die Rinnen. Ist eine Rinne verstopft, undicht oder hängt sie durch, läuft das Wasser über den Rand und durchnässt Dachrand, Sparrenenden und Fassade. Unten spritzt es gegen den Sockel oder sammelt sich am Fuß der Kellerwand. Im Winter können Eis und Schnee Rinnen und Halter beschädigen.

Hinzu kommt die Sicherheit, denn lose Ziegel oder Bleche können herabfallen und Menschen, Autos oder Nachbarhäuser treffen. Löst sich ein Teil des Daches wegen mangelhafter Unterhaltung, haftet nach § 836 BGB grundsätzlich der Besitzer des Grundstücks. Er kann sich entlasten, wenn er nachweist, dass er die erforderliche Sorgfalt beachtet hat. Belege über Kontrollen und Reparaturen helfen dabei.

Wann werden Dach und Dachrinnen zum Thema?

Als Anhaltswert für die Nutzungsdauer von Dach und Dachrinnen gelten rund 45 Jahre. Wann das Dach wirklich erneuert werden muss, hängt vom Zustand ab, denn Anschlüsse, Mörtel und Bahnen machen oft früher Probleme als die Ziegel selbst. Sichten Sie Dach und Rinnen deshalb ein- bis zweimal im Jahr, am besten im Frühjahr und nach dem Laubfall, und zusätzlich nach jedem Unwetter. Weil für eine Dämmung rund 40 Jahre gelten, lohnt es sich, beides gemeinsam zu planen.

  • Nach Sturm, Hagel oder viel Schnee: Verschobene oder fehlende Ziegel, lose Bleche und verbogene Rinnen sieht man oft schon vom Boden aus.
  • Bei Feuchtigkeit unter dem Dach: Wasserflecken an Decken im Obergeschoss, Tropfspuren oder dunkle Hölzer im Dachraum sind ein Anlass, die Ursache suchen zu lassen.
  • Wenn die Rinne überläuft: Wasser schwappt bei Regen über den Rand, Nähte tropfen, oder unter dem Dachrand zeigen sich nasse Streifen an der Fassade.
  • Im Herbst unter Bäumen: Laub sammelt sich in Rinnen, Einläufen und Kehlen und staut das Wasser beim nächsten Regen.
  • Vor Dämmung, Ausbau oder Solarmodulen: Eindeckung und Tragwerk sollten mindestens so lange halten wie das, was neu dazukommt.
  • Beim Kauf eines älteren Hauses: Alter, Aufbau und Dämmung des Daches gehören zu den wichtigsten Punkten der Besichtigung.

Was Sie vom Boden aus prüfen können

Steigen Sie nicht selbst aufs Dach und lehnen Sie keine Leiter an die Rinne. Arbeiten auf dem Dach und an hoch gelegenen Rinnen gehören wegen der Absturzgefahr in die Hände eines Fachbetriebs. Vom Boden und vom Dachboden aus sehen Sie trotzdem viel. Mit einem Fernglas erkennen Sie lose oder verschobene Ziegel überraschend gut.

  • Dachfläche und First: Liegen die Ziegelreihen gleichmäßig, und verläuft die Firstlinie gerade und geschlossen? Fehlen Ziegel, oder liegen Bruchstücke im Garten?
  • Anschlüsse und Kehlen: Stehen Bleche an Schornstein, Gauben oder Dachfenstern ab, oder sammeln sich Laub und Moos in den Kehlen?
  • Rinnen bei Regen: Läuft Wasser über den Rand, besonders über dem Fallrohr? Hängt eine Rinne durch, oder wachsen Pflanzen darin?
  • Fallrohre unten: Tritt an Verbindungen Wasser aus? Eine Reinigungsöffnung am Standrohr und einen Laubfang in Griffhöhe können Sie in der Regel selbst öffnen und leeren, außer bei alten Rohren aus Asbestzement.
  • Dachboden: Suchen Sie nach starkem Regen mit der Taschenlampe nach Tropfspuren, dunklen Hölzern, nasser Dämmung oder Tageslicht.
  • Fachbetrieb: Ein Dachdecker- oder Klempnerbetrieb reinigt Rinnen und Kehlen, befestigt Ziegel und Bleche und sichert Sturmschäden. Ob dichtes Moos entfernt werden sollte, beurteilt er ebenfalls, denn eine zu harte Reinigung kann Ziegel und Dachsteine beschädigen.

Fotografieren Sie Auffälligkeiten mit Datum, möglichst aus demselben Blickwinkel. Läuft eine saubere Rinne bei Starkregen immer wieder über, lassen Sie prüfen, ob Rinnen und Fallrohre für die Dachfläche groß genug sind.

Gut zu wissen

  • Wird das Dach in größerem Umfang erneuert, schreibt das Gebäudemodernisierungsgesetz, früher Gebäudeenergiegesetz, in der Regel Mindestanforderungen an den Wärmeschutz vor. Nach einem Eigentümerwechsel kann zudem eine Pflicht greifen, eine schlecht gedämmte oberste Geschossdecke oder das Dach darüber zu dämmen. Planen Sie die Dachdämmung deshalb früh mit Energieberatung oder Fachbetrieb.
  • In Hessen ist es bei den meisten Ein- und Zweifamilienhäusern genehmigungsfrei, ein bestehendes Dach zu erneuern, solange nicht in die Konstruktion eingegriffen wird. Für Eingriffe in die Dachkonstruktion und neue Gauben sieht die Hessische Bauordnung Vorbehalte vor, etwa eine Bescheinigung zur Standsicherheit. Klären Sie solche Vorhaben vorher mit dem Bauamt, auch wegen Bebauungsplan und Denkmalschutz.
  • Ältere Dächer sind oft weniger stark gegen Windsog gesichert als heute üblich. Ob Sturmklammern nachgerüstet werden sollten, beurteilt ein Dachdeckerbetrieb vor Ort.
  • Sturm- und Hagelschäden am Dach deckt in der Regel die Wohngebäudeversicherung, Schäden durch Schneedruck meist nur ein vereinbarter Elementarschutz. Verschleiß und Folgen fehlender Pflege sind in der Regel nicht versichert. Was gilt, steht in Ihren Vertragsbedingungen.
  • Regenwasser vom Dach darf nach dem Hessischen Nachbarrechtsgesetz nicht auf das Nachbargrundstück tropfen oder dorthin abgeleitet werden. Wohin es auf dem eigenen Grundstück fließen darf, regelt die Gemeinde.
  • Bewahren Sie Rechnungen, Fotos und Angaben zum Ziegelmodell in Ihren Hausunterlagen auf. Sie helfen bei der Suche nach Ersatzziegeln, gegenüber der Versicherung und bei einem späteren Verkauf.

Häufige Fragen

Muss ein Dach nach 45 Jahren erneuert werden?

Nein. Die 45 Jahre sind ein Anhaltswert für die übliche Nutzungsdauer, kein Ablaufdatum, und eine gut erhaltene Eindeckung kann auch länger halten. Ob eine Erneuerung ansteht, beurteilt ein Dachdeckerbetrieb nach dem Zustand von Ziegeln, Lattung, Bahnen und Anschlüssen.

Wie oft sollten Dach und Dachrinnen kontrolliert werden?

Eine feste Vorschrift gibt es für Wohnhäuser in der Regel nicht. Bewährt hat sich ein Blick vom Boden und vom Dachboden aus ein- bis zweimal im Jahr und nach jedem Unwetter. Die Rinnen lassen Sie mindestens einmal im Jahr nach dem Laubfall reinigen, unter Bäumen auch öfter.

Was tun, wenn es durchs Dach tropft?

Fangen Sie das Wasser auf, räumen Sie den Bereich frei und schalten Sie die Sicherung ab, wenn Wasser an Leuchten oder Steckdosen läuft. Steigen Sie nicht selbst aufs Dach, sondern lassen Sie die Stelle von einem Dachdeckerbetrieb sichern. Fotografieren Sie den Schaden und melden Sie ihn nach Sturm oder Hagel zügig Ihrem Versicherer.

Warum läuft die Dachrinne bei starkem Regen über?

Häufig sitzen Laub oder Moos in der Rinne, im Einlauf oder im Fallrohr, oder die Rinne hängt an einer Stelle durch. Läuft sie auch sauber bei heftigem Regen immer wieder über, können Rinne und Fallrohre für die Dachfläche zu knapp bemessen sein. Beides klärt ein Dachdecker- oder Klempnerbetrieb.

Lohnt es sich, Dach und Dämmung zusammen zu erneuern?

Wenn die Eindeckung ohnehin erneuert wird, in der Regel ja. Dann liegen Lattung, Bahnen und oft die Dämmung offen, und das Gerüst wird nur einmal gebraucht. Zudem verlangt das Gebäudemodernisierungsgesetz, früher Gebäudeenergiegesetz, bei größeren Erneuerungen in der Regel einen Mindest-Wärmeschutz.

Woran erkenne ich einen seriösen Dachdeckerbetrieb?

Dachdecker ist ein zulassungspflichtiges Handwerk, ein Betrieb muss deshalb in der Regel in die Handwerksrolle eingetragen sein. Ob das der Fall ist, können Sie bei der Handwerkskammer erfragen. Vorsicht ist geboten, wenn Anbieter unaufgefordert klingeln, auf angebliche Schäden am Dach hinweisen und auf einen sofortigen Auftrag drängen.

Verwandte Begriffe

  • Dach – Aufbau, Dachformen und Pflichten im Überblick
  • Dachziegel – Ziegel aus Ton, ihre Sicherung und passender Ersatz
  • Dachsanierung – von der Teilsanierung bis zur Neueindeckung
  • Dachfirst – Firstziegel, Mörtelfirst und Belüftung
  • Traufe – der untere Dachrand mit Rinne und Lüftung
  • Flachdach – Abdichtung, Gefälle und Notentwässerung
  • Dachrinne – Aufbau, Reinigung und Nachbarrecht
  • Rinnenhalter – warum die Rinne richtig liegen muss
  • Laubschutz – Gitter und Bürsten gegen volle Rinnen
  • Sturm – Vorsorge, typische Schäden und Versicherung
  • Hagel – Schäden an Dach, Rinnen und Solarmodulen
  • Schneefanggitter – Schutz vor Dachlawinen über Wegen und Eingängen

🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Zeitwerte sind recherchierte Anhaltswerte und noch nicht fachlich freigegeben. Foto: Unsplash.

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