Licht an, Wasserkocher an, Laptop laden: Strom ist im Haus so selbstverständlich, dass kaum jemand an die Leitungen hinter Putz und Steckdosen denkt. Dabei gehört die Elektroinstallation zu den langlebigsten Anlagen eines Hauses, und ihren Zustand sieht man ihr nicht an. In vielen Gebäuden stammt sie in großen Teilen noch aus der Bauzeit, während der Bedarf über die Jahrzehnte stetig gewachsen ist.
Spätestens wenn eine Wärmepumpe, eine Wallbox oder eine Photovoltaikanlage geplant ist, zeigt sich, ob die Anlage mithalten kann. Wer weiß, woraus sie besteht, woran man ihr Alter erkennt und was man selbst tun darf, kann eine Erneuerung in Ruhe planen, statt von einem Ausfall überrascht zu werden.
Was gehört zur Elektroinstallation?
Zur Elektroinstallation gehört alles, was den Strom vom Hausanschluss bis zu Steckdosen, Schaltern, Leuchten und fest angeschlossenen Geräten wie Herd oder Durchlauferhitzer bringt. Fachleute sprechen von der elektrischen Anlage des Gebäudes. Die wichtigsten Teile sind:
- Hausanschluss: Hier endet das Kabel des Netzbetreibers. Der Hausanschlusskasten mit den Hausanschlusssicherungen gehört zu seinen Anlagen und ist verplombt.
- Zählerschrank: Er enthält den Stromzähler und zentrale Schutzgeräte, in vielen Einfamilienhäusern auch den Verteiler.
- Verteiler: Der Sicherungskasten, fachlich Stromkreisverteiler, teilt den Strom auf die einzelnen Stromkreise auf und sichert sie ab.
- Leitungen und Dosen: Sie verlaufen meist unsichtbar in Wänden und Decken. Dazu kommen Steckdosen, Schalter und Abzweigdosen.
- Erdung und Potentialausgleich: Sie verbinden Schutzleiter, metallene Rohre und andere leitfähige Teile miteinander und mit dem Erdreich. Beides ist Teil des Schutzes gegen elektrischen Schlag.
Im Verteiler arbeiten mehrere Schutzgeräte zusammen. Der Leitungsschutzschalter schützt Leitungen vor Überlastung und Kurzschluss. Der FI-Schalter erkennt Fehlerströme und soll vor allem Menschen vor einem Stromschlag schützen. Je nach Anlage kommen Brandschutzschalter und ein Überspannungsschutz hinzu.
Wichtig ist auch, wem was gehört. Der Hausanschluss ist Sache des Netzbetreibers, der Zähler gehört in der Regel dem Messstellenbetreiber. Hinter der Hausanschlusssicherung beginnt die Anlage des Hauses, und für sie sind Sie als Eigentümer verantwortlich.
Warum ist die Elektroinstallation wichtig?
Eine mangelhafte Elektroinstallation kann Brände und Stromschläge verursachen. Die Alterung bleibt dabei meist unbemerkt: Isolierungen werden spröde, Klemmen lockern sich, Schutzgeräte reagieren womöglich nicht mehr wie vorgesehen. Dazu kommen Erweiterungen aus vielen Jahren, die nicht immer fachgerecht ausgeführt wurden. Licht und Steckdosen funktionieren trotzdem oft wie gewohnt.
Auch die Anforderungen an den Schutz haben sich weiterentwickelt. In Häusern, deren Elektrik vor Mitte der 1970er-Jahre verlegt wurde, fehlt häufig ein eigener, durchgehender Schutzleiter. FI-Schalter fehlen in Altbauten oft ganz oder sichern nur einzelne Räume wie das Bad. In neuen Anlagen sind sie für Steckdosen-Stromkreise seit vielen Jahren vorgeschrieben, und seit Ende 2018 verlangen die Normen für neue Anlagen in Wohngebäuden in der Regel auch einen Überspannungsschutz.
Hinzu kommt die Last. Ältere Installationen wurden für deutlich weniger Geräte geplant. Eine Wärmepumpe, eine Wallbox oder eine Photovoltaikanlage brauchen Platz im Zählerschrank, eigene Stromkreise und passende Schutzeinrichtungen. Eine Wallbox lädt zudem über Stunden mit hoher Leistung. So kommt eine Verteilung an ihre Grenze, die vierzig Jahre lang unauffällig war.
Wann wird die Elektroinstallation zum Thema?
Als Anhaltswert für die Nutzungsdauer einer Elektroinstallation gelten rund 40 Jahre. Wann sie wirklich erneuert werden muss, hängt vom Zustand ab, nicht vom Alter allein. Die Prüftaste am FI-Schalter sollten Sie halbjährlich drücken, so wie es viele Hersteller in ihren Bedienungsanleitungen empfehlen. Er schaltet dabei die angeschlossenen Stromkreise ab, bis Sie ihn wieder einschalten. Darüber hinaus gibt es typische Anlässe:
- Beim Kauf eines älteren Hauses: Ein Blick in Zählerschrank und Verteiler verrät viel über das Alter der Anlage. Den Zustand klärt eine Prüfung durch einen Elektrofachbetrieb.
- Vor größeren Anschaffungen: Bevor Wallbox, Wärmepumpe, Photovoltaik oder ein Induktionskochfeld dazukommen, zeigt ein E-Check, ob die vorhandene Anlage dafür ausgelegt ist. Ob der Hausanschluss reicht, klärt der Fachbetrieb mit dem Netzbetreiber.
- Bei einer Renovierung oder Kernsanierung: Liegen Wände und Böden offen, lassen sich Leitungen und Stromkreise mit wenig Mehraufwand neu ordnen.
- Nach einem Wasserschaden, Brand oder Blitzeinschlag: Dann sollte die Anlage geprüft werden, bevor sie wieder voll genutzt wird.
- Wenn Wasserleitungen erneuert werden: Ersetzt Kunststoff alte Metallrohre, kann die Verbindung zum Potentialausgleich oder sogar die Erdung fehlen. Das sollte eine Elektrofachkraft prüfen.
- Bei Warnzeichen: Sicherungen, die häufig auslösen, warme oder verfärbte Steckdosen, Knistern, Brandgeruch oder flackerndes Licht.
Woran Sie eine veraltete Anlage erkennen
Einiges sehen Sie selbst, ohne Werkzeug und ohne eine Abdeckung zu öffnen. Die folgenden Hinweise bedeuten nicht automatisch Gefahr. Sie sind aber ein guter Anlass, die Anlage prüfen zu lassen:
- Schraubsicherungen statt Schutzschalter im Verteiler oder als Hauptsicherung vor dem Zähler
- kein FI-Schalter oder nur einer für das Bad, zu erkennen an der Prüftaste mit „T“
- ein Zählerschrank mit Holzplatte als Träger und ohne Platz für Erweiterungen
- Steckdosen ohne Schutzkontakt, also ohne die beiden Metallbügel am Rand
- spröde oder brüchige Isolierungen an sichtbar verlegten Leitungen, etwa im Keller
- eine fehlende oder unleserliche Beschriftung der Stromkreise
- viele Mehrfachsteckdosen, weil Steckdosen fehlen
Selbst dürfen Sie ausgelöste Schalter wieder einschalten, die Prüftaste der FI-Schalter drücken und notieren, welche Sicherung zu welchem Raum gehört, solange Sie dafür keine Abdeckung abnehmen. Halten Sie den Zugang zu Zählerschrank und Verteiler frei und bewahren Sie Schaltpläne und Prüfprotokolle in der Hausakte auf.
Alles Weitere ist Sache des Elektrofachbetriebs. Er misst unter anderem Schutzleiter, Isolation und die Auslösung der FI-Schalter, hält das Ergebnis im Prüfprotokoll fest und plant mit Ihnen, was in welcher Reihenfolge erneuert wird.
Gut zu wissen
- Errichten, erweitern oder ändern dürfen die Anlage nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung nur der Netzbetreiber und Elektrofachbetriebe, die in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind. Fragen Sie vor der Beauftragung danach.
- Bestehende Anlagen haben in der Regel Bestandsschutz, eine allgemeine Pflicht zur Erneuerung gibt es nicht. Wird die Elektrik erweitert oder umgebaut, gilt für die neuen Teile der aktuelle Stand der Technik. Gefährliche Mängel sollten Sie unabhängig davon zeitnah beheben lassen.
- Für das selbst genutzte Eigenheim gibt es keine gesetzliche Pflicht zu regelmäßigen Prüfungen. Wie oft eine Prüfung sinnvoll ist, hängt von Alter, Nutzung und Zustand der Anlage ab.
- Wallbox, Wärmepumpe und Photovoltaikanlage werden beim Netzbetreiber angemeldet. Die Anmeldung übernimmt meist der Elektrofachbetrieb, klären Sie das bei der Beauftragung.
- Wer ohnehin renoviert, sollte Leerrohre legen lassen. Im offenen Zustand ist der Aufwand gering, und spätere Leitungen lassen sich ohne neue Baustelle nachziehen.
- Löst ein FI-Schalter beim Druck auf die Prüftaste nicht aus, sollte eine Elektrofachkraft ihn prüfen. Ob er beim richtigen Fehlerstrom rechtzeitig abschaltet, kann ohnehin nur sie messen.
Häufige Fragen
Wann sollte man die Elektroinstallation erneuern?
Eine feste Altersgrenze gibt es nicht. Als Anhaltswert gelten rund 40 Jahre, entscheidend ist aber der Zustand, den ein Elektrofachbetrieb bei einer Prüfung feststellt. Häufige Anlässe sind ein Hauskauf, eine größere Sanierung oder neue große Verbraucher wie Wallbox oder Wärmepumpe.
Muss eine alte Elektroinstallation erneuert werden?
Allein wegen ihres Alters in der Regel nicht, bestehende Anlagen haben Bestandsschutz. Bei einer Erweiterung oder einem Umbau gelten für die neuen Teile die aktuellen Regeln. Stellt eine Prüfung gefährliche Mängel fest, sollten Sie diese zeitnah beheben lassen.
Reicht meine Elektrik für Wallbox, Wärmepumpe oder Photovoltaik?
Das klärt der Elektrofachbetrieb vorab: Er prüft, ob Hausanschluss, Zählerschrank und Leitungen die zusätzliche Leistung tragen und ob im Verteiler Platz für eigene Stromkreise und Schutzgeräte ist. Ladeeinrichtungen für Elektroautos müssen dem Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme mitgeteilt werden, ab einer bestimmten Leistung braucht es seine Zustimmung.
Kann man die Elektrik schrittweise erneuern?
Oft ja. Häufig werden zuerst Zählerschrank und Verteiler auf den aktuellen Stand gebracht und die Stromkreise danach abschnittsweise erneuert, etwa bei der Renovierung einzelner Räume. Ob vorhandene Leitungen weiter genutzt werden können, beurteilt die Elektrofachkraft nach einer Messung.
Was kostet es, die Elektroinstallation zu erneuern?
Das hängt vom Umfang ab, von der Zahl der Stromkreise, vom Zustand von Zählerschrank und Verteiler und davon, ob Wände geöffnet werden müssen. Einen belastbaren Preis gibt es erst nach einer Besichtigung und einem Angebot.
Was tun, wenn eine Steckdose warm wird oder es verbrannt riecht?
Nutzen Sie die Steckdose nicht weiter und schalten Sie den betroffenen Stromkreis im Sicherungskasten ab, wenn das gefahrlos möglich ist. Lassen Sie die Ursache umgehend von einer Elektrofachkraft klären. Sehen Sie Rauch oder Flammen, verlassen Sie das Haus und rufen Sie die Feuerwehr über 112.
Verwandte Begriffe
- Hausanschlusskasten – der Übergabepunkt vom öffentlichen Netz ins Haus
- SLS-Schalter – die selektive Hauptsicherung vor dem Zähler
- AFDD / Brandschutzschalter – erkennt gefährliche Fehlerlichtbögen in einem Stromkreis
- Überspannungsschutz – schützt Geräte vor kurzen Spannungsspitzen, etwa durch Blitz
- Stromkreiskennzeichnung – zeigt, welche Sicherung welchen Bereich versorgt
- Erdungsanlage – verbindet die Anlage leitend mit dem Erdreich
- Potentialausgleichsschiene – der zentrale Anschlusspunkt für Erdung und Rohre
- Blitzschutz – äußerer und innerer Schutz gegen die Folgen eines Blitzes
- Prüfprotokoll – hält Messwerte und Mängel einer Prüfung fest
- Hausakte – der Ort für Schaltpläne, Rechnungen und Protokolle
- Batteriespeicher – speichert Solarstrom und wird in die Anlage eingebunden
- Rauchmelder – warnt bei Rauch, auch wenn die Ursache in der Elektrik liegt
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Zeitwerte sind recherchierte Anhaltswerte und noch nicht fachlich freigegeben. Foto: Unsplash.



