Ausführlich erklärt
Erdungsanlage einfach erklärt
Was ist eine Erdungsanlage?
Die Erdungsanlage verbindet die Elektroinstallation eines Hauses leitend mit dem Erdreich. Sie besteht aus einem oder mehreren Erdern im Boden und dem Erdungsleiter, der die Erder mit der Haupterdungsschiene verbindet. An dieser Schiene treffen sich Erdung, Schutzleiter und Potentialausgleich des Hauses.
Welche Erder ein Haus hat, hängt vor allem vom Baujahr ab. In neueren Häusern ist es meist der Fundamenterder im Beton, je nach Aufbau der Bodenplatte ergänzt durch einen Ringerder im Erdreich. Nachrüsten lassen sich ein Ringerder um das Haus oder Tiefenerder, auch Staberder genannt, die senkrecht in den Boden getrieben werden. In vielen älteren Häusern diente früher die metallene Wasserleitung als Erder. Mit Kunststoffrohren ist das nicht mehr verlässlich, und nach der Errichtungsnorm DIN VDE 0100-540 ist es auch nicht mehr erlaubt.
Warum ist sie wichtig?
Die Erdungsanlage ist Teil des Schutzes gegen elektrischen Schlag. Zusammen mit Schutzleiter, Potentialausgleich und Schutzschaltern soll sie verhindern, dass bei einem Fehler gefährliche Berührungsspannungen bestehen bleiben. Überspannungsableiter brauchen sie, um Spannungsspitzen abzuleiten. Hat das Haus einen äußeren Blitzschutz, leiten dessen Ableitungen den Blitzstrom über die Erdungsanlage ins Erdreich.
Ihren Zustand sehen Sie dem Haus nicht an. Erder liegen im Beton oder im Boden, und Licht und Steckdosen funktionieren auch dann, wenn die Erdung schwach ist oder fehlt. Verbindungen können sich über die Jahre lockern oder korrodieren, besonders an Anschlussfahnen, die aus Beton oder Erdreich austreten. Ob die Erdung wirkt, kann nur eine Elektrofachkraft mit Messungen feststellen.
Wann wird sie zum Thema?
- Wenn der Wasserversorger den Hausanschluss erneuert: Meist wird dabei Kunststoff verlegt. War Ihr Haus über die Wasserleitung geerdet, fehlt diese Verbindung danach. Lassen Sie die Erdung dann prüfen.
- Beim Kauf eines älteren Hauses: Ist eine grün-gelbe Leitung an der Wasserleitung vor dem Zähler angeklemmt oder ist kein Erder erkennbar, sollte die Erdung gemessen werden.
- Bei Erdarbeiten am Haus: Wird für eine Drainage oder Abdichtung gegraben, kann ein Ringerder beschädigt werden. Umgekehrt lässt sich bei offener Baugrube ein fehlender Erder gut nachrüsten.
- Wenn neue Technik dazukommt: Eine Photovoltaikanlage, ein Überspannungsschutz oder ein äußerer Blitzschutz brauchen eine wirksame Erdung. Der Fachbetrieb prüft vorher, ob die vorhandene ausreicht.
- Bei sichtbaren Schäden: Stark korrodierte, lose oder abgerissene Anschlussfahnen und Erdungsleitungen sollte eine Elektrofachkraft zeitnah instand setzen.
Gut zu wissen
- Planung, Einbau, Änderung und Messung der Erdungsanlage sind Sache einer Elektrofachkraft, beim Blitzschutz einer Blitzschutz-Fachkraft. Lösen Sie keine Verbindungen und graben Sie Erder nicht selbst frei.
- Auch in bestehenden Häusern darf das öffentliche Wasserleitungsnetz nicht mehr als Erder dienen, darauf weisen VDE und Wasserversorger hin. Ist Ihr Haus noch so geerdet, lassen Sie die Erdung von einem Elektrofachbetrieb umbauen.
- Die Messwerte stehen im Prüfprotokoll. Bewahren Sie es auf, damit sich spätere Messungen vergleichen lassen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Erdungsanlage und Fundamenterder?
Der Fundamenterder ist ein Erder und damit ein Teil der Erdungsanlage. Zur Erdungsanlage gehören außerdem weitere Erder wie Ring- oder Tiefenerder, der Erdungsleiter und die Haupterdungsschiene.
Ist eine Erdungsanlage Pflicht?
Für Neubauten verlangen die Anschlussbedingungen der Netzbetreiber in der Regel einen Fundamenterder nach DIN 18014. Bestehende Anlagen haben meist Bestandsschutz, eine Erdung über das öffentliche Wasserleitungsnetz ist aber auch dort nicht mehr zulässig. Ob die vorhandene Erdung ausreicht, beurteilt eine Elektrofachkraft.
Darf die Wasserleitung als Erder dienen?
Nein. Nach der Errichtungsnorm DIN VDE 0100-540 sind Wasserrohre und Wasserrohrnetze als Erder nicht mehr erlaubt. Metallene Wasserleitungen im Haus werden aber weiterhin in den Potentialausgleich einbezogen, angeschlossen hinter dem Wasserzähler.
Wie oft sollte die Erdungsanlage geprüft werden?
Eine feste Frist gibt es für private Wohnhäuser nicht, für einen Blitzschutz nennt die Norm eigene Prüfabstände. Neue Anlagen prüft der ausführende Betrieb vor der Inbetriebnahme. Sinnvoll ist eine Messung außerdem beim Hauskauf, nach Umbauten an Wasser- oder Heizungsleitungen und bei einer Prüfung der Elektroanlage.
Was passiert, wenn die Erdung fehlt oder schlecht ist?
Dann können bei einem Fehler gefährliche Spannungen an Rohren, Heizkörpern oder Gerätegehäusen auftreten, und Überspannungs- und Blitzschutz wirken nicht wie vorgesehen. Im Alltag bemerken Sie das meist nicht. Spüren Sie ein Kribbeln an Wasserhahn oder Heizkörper, sollte umgehend eine Elektrofachkraft kommen.
Was kostet eine nachträgliche Erdung?
Das hängt davon ab, welcher Erder nötig ist, wie gut das Erdreich am Haus zugänglich ist und ob auch Potentialausgleich oder Zählerschrank angepasst werden müssen. Einen belastbaren Preis gibt es erst nach einer Messung und einem Angebot.
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.

