Ausführlich erklärt
Äußerer Blitzschutz einfach erklärt
Was ist äußerer Blitzschutz?
Der äußere Blitzschutz ist der Teil einer Blitzschutzanlage, der außen am Gebäude sitzt. Im Alltag heißt er meist Blitzableiter. Er besteht aus drei Teilen: Die Fangeinrichtung auf dem Dach bietet dem Blitz feste Einschlagpunkte, etwa als Fangleitung entlang des Dachfirsts oder als Fangstange am Schornstein. Ableitungen führen den Blitzstrom an der Fassade nach unten. Die Erdungsanlage verteilt ihn im Erdreich.
Wo Fangeinrichtungen und Ableitungen sitzen müssen, ermittelt eine Blitzschutz-Fachkraft nach den Verfahren der Norm DIN EN IEC 62305-3. Wichtig ist dabei der Trennungsabstand: Zwischen den Teilen des Blitzschutzes und metallenen Teilen oder elektrischen Leitungen am und im Haus muss genug Platz bleiben. Sonst kann der Blitzstrom überspringen. Wie groß dieser Abstand sein muss, berechnet die Fachkraft für jede Stelle.
Warum ist er wichtig?
Ein Blitz führt für Sekundenbruchteile Ströme von vielen tausend Ampere. Fließt dieser Strom durch Holz, feuchtes Mauerwerk oder dünne Leitungen, erhitzt sich das Material schlagartig. Holz kann sich entzünden, Mauerwerk und Ziegel können aufplatzen. Der äußere Blitzschutz gibt dem Strom einen festgelegten Weg über ausreichend starke Leiter außen am Haus entlang, an Dachstuhl und Wohnräumen vorbei.
Diesen Schutz bietet die Anlage nur, solange sie vollständig ist. Fehlt nach Dacharbeiten eine Fangleitung, ist eine Ableitung abgerissen oder eine Klemme korrodiert, sucht sich der Blitz womöglich einen anderen Weg. Wo die Hessische Bauordnung einen Blitzschutz verlangt, muss er nach § 49 dauernd wirksam sein. Gewöhnliche Einfamilienhäuser betrifft diese Pflicht in der Regel nicht.
Wann wird er zum Thema?
- Bei einer Dachsanierung: Fangleitungen und Halter werden dabei oft abgenommen und müssen danach vollständig wieder montiert und geprüft werden. Fehlt bislang ein Blitzschutz, lässt er sich bei dieser Gelegenheit gut nachrüsten.
- Wenn eine Photovoltaikanlage auf ein Dach mit Blitzschutz kommt: Beides muss von Anfang an zusammen geplant werden.
- Bei einer Fassadendämmung, etwa mit einem Wärmedämmverbundsystem: Ableitungen müssen dann neu befestigt oder anders geführt werden. Stimmen Sie das vorher mit Fassadenbetrieb und Blitzschutz-Fachkraft ab.
- Nach Arbeiten an Dachrinne oder Fallrohr, nach einem Sturm oder einem Einschlag: Metallene Fallrohre sind oft mit dem Blitzschutz verbunden, lose oder fehlende Teile schwächen die Anlage.
Gut zu wissen
- Planung, Montage und Prüfung gehören in die Hände einer Blitzschutz-Fachkraft, auch wegen der Arbeit auf dem Dach. Lassen Sie sich nach dem Bau und nach jeder Änderung ein Prüfprotokoll geben.
- Zu einem äußeren Blitzschutz gehört immer ein innerer Blitzschutz im Haus, mit Potentialausgleich und Überspannungsableitern vom Typ 1. Sonst sucht sich ein Teil des Blitzstroms seinen Weg über die Leitungen im Gebäude.
- Neue Antennen, Satellitenschüsseln oder Klimageräte auf dem Dach müssen in den Blitzschutz einbezogen werden, entweder mit Abstand im Schutzbereich der Fangeinrichtung oder fachgerecht verbunden.
- Als Erder dient meist ein Ring- oder Fundamenterder. Ob ein vorhandener Erder geeignet ist, prüft die Fachkraft.
Häufige Fragen
Ist ein Blitzableiter dasselbe wie ein äußerer Blitzschutz?
Im Alltag meinen beide Begriffe meist dieselbe Anlage. Genau genommen besteht ein äußerer Blitzschutz aus Fangeinrichtung, Ableitungen und Erdung. Eine einzelne Stange auf dem Dach ohne fachgerechte Ableitung und Erdung schützt nicht.
Wann schreibt die Bauordnung einen äußeren Blitzschutz vor?
In Hessen verlangt § 49 der Hessischen Bauordnung eine Blitzschutzanlage, wenn ein Blitzschlag nach Lage, Bauart oder Nutzung leicht eintreten oder zu schweren Folgen führen kann. Für ein gewöhnliches Einfamilienhaus ist das in der Regel nicht der Fall. Ob es für Ihr Haus zutrifft, klären Sie mit dem Bauamt oder einer Blitzschutz-Fachkraft.
Braucht ein Blitzableiter eine Baugenehmigung?
In Hessen nicht: Blitzschutzanlagen gehören nach der Hessischen Bauordnung zu den baugenehmigungsfreien Vorhaben. Die Anlage muss aber trotzdem allen öffentlich-rechtlichen Vorschriften entsprechen. Bei einem denkmalgeschützten Haus kann eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde nötig sein.
Was muss ich beachten, wenn ein Haus mit Blitzschutz eine Photovoltaikanlage bekommt?
Module, Gestelle und Leitungen sollen im Schutzbereich der Fangeinrichtung liegen und den nötigen Trennungsabstand einhalten. Ist das nicht möglich, wird die Anlage mit dem Blitzschutz verbunden, und ihre Leitungen brauchen Ableiter vom Typ 1, die Blitzströme tragen können. Planen Sie das mit Solarbetrieb und Blitzschutz-Fachkraft gemeinsam.
Kann man einen äußeren Blitzschutz nachrüsten?
In der Regel ja. Die Blitzschutz-Fachkraft plant Fangeinrichtung, Ableitungen und Erdung passend zu Haus und Dach. Für die Erdung prüft sie einen vorhandenen Erder oder verlegt einen neuen, etwa einen Ringerder um das Haus.
Was kostet ein äußerer Blitzschutz?
Das hängt von Größe und Form des Dachs ab, von Aufbauten wie Gauben und Schornsteinen, von der Zahl der Ableitungen und davon, ob eine neue Erdung nötig ist. Dazu kann ein Gerüst kommen. Einen belastbaren Preis gibt es erst nach Besichtigung und Angebot.
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.

