Ausführlich erklärt
Walmdach einfach erklärt
Was ist ein Walmdach?
Ein Walmdach hat auf allen Seiten des Hauses geneigte Dachflächen. Statt senkrechter Giebel gibt es an den Schmalseiten geneigte, meist dreieckige Flächen, die Walme. Die beiden großen Flächen an den Längsseiten treffen sich am First, der dadurch kürzer ist als beim Satteldach. Wo eine Walmfläche an eine Längsfläche stößt, läuft vom First eine nach außen gerichtete Kante schräg nach unten, der Grat. Die Traufe umläuft das ganze Haus.
Eine Spielart ist das Krüppelwalmdach, auch Halbwalmdach genannt. Dabei ist nur der obere Teil des Giebels abgewalmt. Darunter bleibt eine Giebelwand, in der Fenster Platz haben. Laufen bei einem etwa quadratischen Grundriss alle vier Flächen in einer Spitze zusammen, spricht man nicht mehr von einem Walmdach, sondern von einem Zeltdach ohne First.
Warum ist es wichtig?
Die Form schützt das Haus gut. Weil die Traufe ringsum läuft, kann das Dach auf allen Seiten über die Wand hinausragen und alle Fassaden vor Regen schützen. Hohe Giebelwände, die ungeschützt Wind und Schlagregen ausgesetzt sind, gibt es nicht.
Dafür ist das Walmdach aufwendiger. An jedem Grat werden die Ziegel schräg zugeschnitten, und die Gratziegel darüber müssen ähnlich wie Firstziegel gesichert werden. Der Dachraum ist durch die Schrägen auf allen Seiten kleiner und lässt sich schwerer ausbauen. Für Solarmodule bleiben kleinere, trapez- oder dreieckförmige Flächen, dafür lassen sich mehrere Himmelsrichtungen nutzen.
Wann wird es zum Thema?
- Vor einem Dachausbau: Gauben oder Dachfenster an den Längsseiten bringen Licht und Stehhöhe. Wie viel Fläche nutzbar wird, hängt von Neigung und Höhe des Dachraums ab.
- Nach einem Sturm, wenn Gratziegel verschoben sind, Mörtel an den Graten fehlt oder eine Gratlinie vom Boden aus wellig wirkt.
- Im Herbst: Die Dachrinne läuft meist um das ganze Haus und kann überall Laub sammeln.
- Vor der Montage von Solarmodulen: Auf den kleineren, schräg begrenzten Flächen ist die Belegung genauer zu planen.
- Bei einer Dachsanierung: Die Zuschnitte an den Graten und die rundum laufende Traufe machen eine Neueindeckung oder eine Dämmung auf den Sparren aufwendiger als bei einer einfachen Dachform.
Gut zu wissen
- Arbeiten an Graten, First und Traufe gehören wegen der Absturzgefahr in die Hände eines Dachdeckerbetriebs. Vom Boden aus erkennen Sie Lücken oder schief liegende Gratziegel meist gut.
- Gratziegel lagen früher oft nur in Mörtel. Nach den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks werden sie heute einzeln mechanisch befestigt, denn Mörtel allein gilt nicht als Sicherung gegen Windsog.
- Wer einen Walm zu einem Giebel umbauen möchte, um mehr Raum zu gewinnen, ändert die Dachform. Das muss zum Bebauungsplan passen und kann eine Baugenehmigung erfordern. Klären Sie das vorher mit dem Bauamt.
- Schnee kann auf einem Walmdach zu allen Seiten abrutschen. Liegen Eingang, Terrasse oder Stellplatz unter einer Traufe, kann dort ein Schneefang sinnvoll sein.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Walmdach und Satteldach?
Das Satteldach hat zwei Dachflächen und an den Schmalseiten senkrechte Giebelwände. Beim Walmdach sind auch die Schmalseiten geneigte Dachflächen, sodass das Dach rundum eine Traufe hat. Sein First ist kürzer, und der nutzbare Dachraum ist meist kleiner.
Was ist ein Krüppelwalmdach?
Beim Krüppelwalmdach ist nur die Spitze des Giebels durch eine kleine geneigte Dachfläche ersetzt. Darunter bleibt eine senkrechte Giebelwand mit Platz für Fenster. Die Form verbindet Merkmale von Sattel- und Walmdach.
Kann man ein Walmdach ausbauen?
Ja, allerdings bleibt durch die Schrägen auf allen Seiten weniger Fläche mit voller Stehhöhe als unter einem gleich hohen Satteldach. Gauben an den Längsseiten können das ausgleichen. Planung, Statik und eine mögliche Genehmigung klären Sie vorher mit Fachleuten und dem Bauamt.
Eignet sich ein Walmdach für Photovoltaik?
Oft ja, auch wenn die einzelnen Flächen kleiner und schräg begrenzt sind. Dafür lassen sich mehrere Himmelsrichtungen belegen, etwa Süden, Osten und Westen. Wie viele Module Platz finden, klärt ein Fachbetrieb anhand von Dachmaßen, Neigung und Verschattung.
Ist ein Walmdach sturmsicherer als ein Satteldach?
Ein Walmdach hat keine hohen Giebelwände, die dem Wind eine große Fläche bieten. Wie gut ein Dach einem Sturm standhält, hängt aber vor allem davon ab, wie sicher Ziegel, Grat- und Firstziegel befestigt sind und in welchem Zustand das Dach ist. Das beurteilt ein Dachdeckerbetrieb vor Ort.
Was kostet ein Walmdach?
Das hängt von Größe, Neigung und Grundriss ab, von Dachstuhl, Eindeckung und Dämmung sowie von der Zahl der Grate, Gauben und Anschlüsse. Wegen der vielen Zuschnitte ist ein Walmdach meist aufwendiger als ein einfaches Satteldach. Einen belastbaren Preis gibt es erst nach einer Planung und einem Angebot.
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.

