Ausführlich erklärt
Satteldach einfach erklärt
Was ist ein Satteldach?
Ein Satteldach besteht aus zwei geneigten Dachflächen, die sich oben am First treffen. Meist liegen an den Längsseiten des Hauses die Traufen mit den Dachrinnen. An den Schmalseiten entstehen dreieckige Giebel, dort reicht die Außenwand bis unter den First. Den seitlichen Rand der Dachfläche am Giebel nennt man Ortgang. Er wird mit besonderen Ortgangziegeln, einem Brett oder einem Blech abgeschlossen.
Das Satteldach gehört zu den ältesten und häufigsten Dachformen in Deutschland. Es kommt steil oder flach geneigt vor, und oft ergänzen Gauben oder ein quer zum First stehender Zwerchgiebel die Grundform. Ist der Giebel oben durch eine kleine geneigte Fläche ersetzt, spricht man von einem Krüppelwalmdach, einer Mischform aus Sattel- und Walmdach.
Warum ist es wichtig?
Die Form ist einfach und bewährt. Das Regenwasser läuft über zwei große, ebene Flächen zu den Traufen ab. Ein reines Satteldach hat keine Kehlen und Grate, an denen Wasser zusammenläuft oder Ziegel schräg zugeschnitten werden müssen. Das hält Eindeckung, Wartung und Reparaturen überschaubar. Unter einem ausreichend steilen Satteldach entsteht ein Dachraum, der sich ausbauen lässt, und in den Giebelwänden ist Platz für Fenster.
Schwachstellen sind die Ränder. Am Ortgang und am First greift der Wind besonders stark an. Nach den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks werden die Ziegel am Ortgang deshalb einzeln befestigt. Auf älteren Dächern sind sie oft schwächer gesichert und können sich bei Sturm lösen. Die Giebelwände bekommen Wind und Schlagregen ab, wenn das Dach dort kaum übersteht. Putz und Anstrich altern dann schneller.
Wann wird es zum Thema?
- Vor einem Dachausbau: Dachneigung, Höhe des Dachraums und ein vorhandener Kniestock, also ein Stück Außenwand im Dachgeschoss unterhalb der Traufe, bestimmen, wie viel Fläche nutzbar wird.
- Bei einer Neueindeckung: Die ebenen Flächen eignen sich gut für eine Aufsparrendämmung. Die Anschlüsse an Ortgang und Giebelwand gehören dann mit in die Planung.
- Nach einem Sturm, wenn Ortgangziegel, Ortgangbretter oder Firstziegel verschoben sind oder fehlen.
- Bei Feuchte, Rissen oder Algen an einer Giebelwand, besonders auf der Wetterseite.
- Vor der Montage einer Photovoltaikanlage: Zeigt eine Dachfläche nach Süden oder zeigen beide nach Osten und Westen, eignet sich das Satteldach in der Regel gut.
Gut zu wissen
- Arbeiten an Ortgang, First und Dachfläche gehören wegen der Absturzgefahr in die Hände eines Dachdeckerbetriebs. Vom Boden aus sehen Sie, ob Firstlinie und Ortgänge gerade und geschlossen verlaufen.
- Dachform und Dachneigung legen oft der Bebauungsplan oder eine örtliche Gestaltungssatzung fest. Auch für eine neue Gaube oder einen Zwerchgiebel kann eine Genehmigung nötig sein. Klären Sie das vorher mit dem Bauamt.
- Bei Doppel- und Reihenhäusern läuft das Satteldach oft über mehrere Häuser durch. Eine neue Eindeckung oder eine Dämmung auf den Sparren betrifft dann auch den Übergang zum Nachbardach. Stimmen Sie sich früh mit den Nachbarn ab.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Satteldach und Walmdach?
Beim Satteldach enden die zwei Dachflächen an den Schmalseiten an senkrechten Giebelwänden. Beim Walmdach sind auch die Schmalseiten mit geneigten Flächen gedeckt, sodass rundum eine Traufe entsteht. Das Satteldach bietet meist mehr nutzbaren Dachraum, das Walmdach schützt alle Fassaden.
Welche Dachneigung hat ein Satteldach?
Das ist sehr unterschiedlich, es gibt flach geneigte und sehr steile Satteldächer. Welche Neigung passt, hängt von der Nutzung des Dachraums, den Vorgaben des Bebauungsplans und der Eindeckung ab. Jede Ziegelart hat eine Regeldachneigung, unterhalb derer die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks aufwendigere Schichten unter der Deckung verlangen.
Kann man ein Satteldach ausbauen?
Oft ja, wenn Neigung und Höhe des Dachraums ausreichen und der Dachstuhl geeignet ist. Gauben oder Dachfenster bringen zusätzlich Licht und Stehhöhe. Planung, Statik und eine mögliche Genehmigung klären Sie vorher mit Fachleuten und dem Bauamt.
Eignet sich ein Satteldach für Photovoltaik?
In der Regel ja, besonders wenn eine Dachfläche nach Süden zeigt oder die beiden Flächen nach Osten und Westen. Auch Neigung, Verschattung und der Zustand der Eindeckung spielen eine Rolle. Ob und wie sich Ihr Dach belegen lässt, klärt ein Fachbetrieb vor Ort.
Was kostet ein Satteldach?
Das hängt von Größe und Neigung des Daches ab, von Dachstuhl, Eindeckung und Dämmung sowie von Gauben, Dachfenstern und Anschlüssen. Einen belastbaren Preis gibt es erst nach einer Planung und einem Angebot.
Darf ich die Dachform meines Hauses ändern?
Das hängt vom Bebauungsplan, einer möglichen Gestaltungssatzung und der Bauordnung Ihres Bundeslandes ab. Für eine geänderte Dachform kann eine Baugenehmigung nötig sein, außerdem greift sie in Statik und Konstruktion ein. Klären Sie das vor der Planung mit dem Bauamt.
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.

