Ausführlich erklärt
Unterversicherung einfach erklärt
Was ist eine Unterversicherung?
Eine Unterversicherung liegt vor, wenn die vereinbarte Versicherungssumme niedriger ist als der Wert dessen, was versichert ist. In der Wohngebäudeversicherung ist das der Wert des Hauses, in der Hausratversicherung der Wert der gesamten Einrichtung. Maßgeblich ist der Wert zum Zeitpunkt des Schadens, nicht der beim Abschluss des Vertrags.
Die Folge regelt § 75 des Versicherungsvertragsgesetzes. Ist die Versicherungssumme erheblich niedriger als der Versicherungswert, muss der Versicherer nur im Verhältnis der Summe zum Wert leisten. Ist ein Haus zum Beispiel nur zu drei Vierteln seines Werts versichert, wird in der Regel auch jeder Schaden nur zu drei Vierteln ersetzt. Das gilt auch bei kleineren Schäden.
Warum ist sie wichtig?
Eine Unterversicherung fällt meist erst auf, wenn ein Schaden reguliert wird. Dann ermittelt der Versicherer den Wert und vergleicht ihn mit der Summe im Vertrag. Die Lücke tragen Sie selbst, auch wenn Sie über Jahre pünktlich Beiträge gezahlt haben.
Häufige Ursachen sind Veränderungen am Haus, die dem Versicherer nicht gemeldet wurden, etwa ein Anbau, ein ausgebauter Keller oder Dachboden oder eine hochwertige Modernisierung. Auch falsche oder unvollständige Angaben beim Abschluss können zu einer zu niedrigen Summe führen. Im Hausrat wächst der Wert der Einrichtung oft unbemerkt über die Jahre. Bei älteren Gebäudeverträgen mit fester Summe können zudem gestiegene Baupreise eine Lücke entstehen lassen.
Wann wird sie zum Thema?
- Nach einem Anbau oder Ausbau: Mehr Wohnfläche verändert den Wert. Melden Sie solche Änderungen Ihrem Versicherer.
- Nach einer Modernisierung, etwa einer energetischen Sanierung oder dem Einbau einer Photovoltaikanlage. Ob die Anlage mitversichert ist oder gemeldet werden muss, hängt vom Vertrag ab.
- Beim Hauskauf: Die bestehende Gebäudeversicherung geht in der Regel auf den Käufer über. Prüfen Sie, ob Summe und Angaben zum Haus noch stimmen.
- Wenn der Vertrag schon lange läuft und die Versicherungssumme nie überprüft wurde.
- Nach größeren Anschaffungen für den Hausrat oder nach dem Umzug in eine größere Wohnfläche.
Gut zu wissen
- Viele Wohngebäudeversicherungen arbeiten mit dem gleitenden Neuwert. Die Summe wird als sogenannter Wert 1914 angegeben und laufend an die Baupreise angepasst. Ist dieser Wert richtig ermittelt, verzichten Versicherer in der Regel darauf, eine Unterversicherung geltend zu machen.
- Andere Verträge berechnen den Beitrag nach Wohnfläche und Ausstattung. Auch dann gilt der Verzicht meist nur, wenn die Angaben stimmen und nach einem Umbau angepasst werden.
- In der Hausratversicherung verzichten viele Versicherer auf die Kürzung, wenn eine bestimmte Summe je Quadratmeter Wohnfläche vereinbart ist. Ändert sich die Wohnfläche, melden Sie das.
- Für manche Leistungen gelten feste Entschädigungsgrenzen, etwa für Wertsachen im Hausrat. Darüber hinaus wird nicht gezahlt, auch ohne Unterversicherung.
- Bewahren Sie Baupläne, Rechnungen über Umbauten und Belege für Wertgegenstände in Ihrer Hausakte auf. Sie helfen, die Summe zu prüfen und Werte nachzuweisen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Unterversicherung und Überversicherung?
Bei einer Unterversicherung ist die Versicherungssumme zu niedrig, und der Versicherer kann die Entschädigung anteilig kürzen. Bei einer Überversicherung ist sie zu hoch. Dann zahlen Sie zu hohe Beiträge, erhalten im Schadenfall aber höchstens den tatsächlichen Schaden ersetzt und können verlangen, dass Summe und Beitrag herabgesetzt werden.
Wie wird die Entschädigung bei einer Unterversicherung berechnet?
Der Schaden wird im Verhältnis von Versicherungssumme zu Versicherungswert gekürzt. Deckt die Summe zum Beispiel nur vier Fünftel des Werts, werden in der Regel auch nur vier Fünftel des Schadens ersetzt. Das gilt auch bei kleinen Schäden.
Wie erkenne ich, ob mein Haus unterversichert ist?
Vergleichen Sie die Angaben in Ihrem Versicherungsschein, etwa Wohnfläche, Ausstattung und Bauart, mit dem heutigen Zustand des Hauses. Fehlen Anbauten, Ausbauten oder Modernisierungen, sollten Sie den Vertrag von Ihrem Versicherer überprüfen lassen.
Was ist ein Unterversicherungsverzicht?
Mit einem Unterversicherungsverzicht sagt der Versicherer zu, die Entschädigung nicht wegen einer zu niedrigen Summe zu kürzen. Er gilt in der Regel nur, wenn die Summe nach seinen Vorgaben ermittelt wurde und die Angaben zum Haus oder zur Wohnfläche stimmen. Die genauen Voraussetzungen stehen in Ihren Vertragsbedingungen.
Muss ich Umbauten meiner Versicherung melden?
Viele Verträge verlangen, bauliche Veränderungen anzuzeigen. Unabhängig davon sollten Sie Anbauten, Ausbauten und größere Modernisierungen melden, damit Summe und Angaben angepasst werden und kein Unterversicherungsverzicht verloren geht.
Was kostet es, eine Unterversicherung zu beseitigen?
Eine höhere Versicherungssumme bedeutet in der Regel einen höheren Beitrag. Wie viel, hängt von Vertrag, Tarif und Haus ab. Den genauen Beitrag nennt Ihnen Ihr Versicherer.
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.
