Ausführlich erklärt
Bitumendickbeschichtung einfach erklärt
Was ist eine Bitumendickbeschichtung?
Eine Bitumendickbeschichtung ist ein pastöser Abdichtungsstoff auf Bitumenbasis. Sie wird mit Kelle oder Spachtel aufgetragen und trocknet zu einer zähen, dehnfähigen Schicht. Eingesetzt wird sie vor allem außen an erdberührten Kellerwänden, etwa als Vertikalsperre. Lange war die Abkürzung KMB üblich, für kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung. Norm und Fachregeln sprechen heute von PMBC, der polymermodifizierten Bitumendickbeschichtung.
Der Stoff besteht aus Bitumen, das mit Kunststoffen veredelt und mit Füllstoffen versetzt ist. Es gibt einkomponentige Produkte, die gebrauchsfertig aus dem Eimer kommen, und zweikomponentige, bei denen vor der Verarbeitung ein Pulver untergemischt wird. Anders als Abdichtungsbahnen hat die Beschichtung keine Nähte. Sie lässt sich gut an Ecken, Rohrdurchführungen und unebene Flächen anpassen und kann feine Risse im Untergrund überbrücken.
Warum ist sie wichtig?
Die Bitumendickbeschichtung gehört zu den gängigsten Stoffen, um Kellerwände von außen abzudichten, beim Neubau wie bei der Sanierung. Wie gut sie schützt, hängt vor allem von der Verarbeitung ab. Der Untergrund muss tragfähig und sauber sein. Fehlstellen und offene Fugen werden geschlossen, Kanten gebrochen und die Ecke am Wandfuß mit einer Hohlkehle ausgerundet. Auf den vorbereiteten Untergrund kommt zuerst eine dünne Kratzspachtelung, die Poren schließt. Die eigentliche Abdichtung folgt in mindestens zwei Lagen.
Entscheidend ist die Schichtdicke. Ist die Schicht zu dünn oder ungleichmäßig, entstehen Schwachstellen, die nach dem Verfüllen niemand mehr sieht. Deshalb misst der Verarbeiter die Dicke schon beim Auftragen und prüft an einem mitbeschichteten Probestück, ob die Schicht durchgetrocknet ist. Bis dahin muss sie vor Regen und Frost geschützt werden. Erst dann kommt eine Schutzschicht davor, etwa eine Perimeterdämmung oder eine Schutzbahn, und die Baugrube wird verfüllt.
Wann wird sie zum Thema?
- Beim Neubau mit Keller, wenn festgelegt wird, wie die Wände außen abgedichtet werden.
- Bei einer Kellersanierung, wenn Kellerwände von außen freigelegt und neu abgedichtet werden.
- Wenn neue Leitungen durch die Kellerwand geführt werden: Die Durchführung muss dicht an die Abdichtung anschließen.
- Wenn beim Freilegen alte schwarze Anstriche zum Vorschein kommen: Bis Ende der 1970er- oder Anfang der 1980er-Jahre wurden auch teerhaltige Anstriche verwendet.
Gut zu wissen
- Für Neubauten regelt die DIN 18533 die Abdichtung erdberührter Bauteile. Wie dick die Beschichtung sein muss und ob sie eine Gewebeeinlage braucht, hängt davon ab, wie das Wasser einwirkt. Gegen drückendes Wasser ist sie nach Herstellerangaben nur bis zu einer Wassertiefe von 3 Metern vorgesehen.
- Teerhaltige Anstriche können Schadstoffe enthalten, sogenannte PAK, ältere Anstriche auch Asbest. Ob ein Anstrich belastet ist, zeigt nur eine Laboruntersuchung. Wer Arbeiten beauftragt, muss den Firmen nach der Gefahrstoffverordnung vorab das Baujahr und vorliegende Hinweise auf Schadstoffe mitteilen.
- Oben schließt die Beschichtung an die Sockelabdichtung an. Diese schützt die Wand über dem Gelände vor Spritzwasser.
- Lassen Sie sich Stoffangaben, Fotos und die Protokolle der Schichtdicken- und Trocknungsprüfung aushändigen. Sie gehören in Ihre Hausakte.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Bitumendickbeschichtung und Bitumenanstrich?
Ein Bitumenanstrich ist dünn. Heute dient er vor allem als Voranstrich, der den Untergrund für eine Abdichtung vorbereitet. Eine Bitumendickbeschichtung wird deutlich dicker und in mehreren Lagen aufgetragen und bildet eine geschlossene, dehnfähige Abdichtungsschicht. Ein alter dünner Anstrich entspricht nicht dem, was heute als Abdichtung gilt.
Wie dick muss eine Bitumendickbeschichtung sein?
Das hängt davon ab, wie das Wasser einwirkt. Gegen Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser nennen Hersteller in der Regel eine Dicke von mindestens 3 Millimetern im getrockneten Zustand, gegen drückendes Wasser mindestens 4 Millimeter mit Gewebeeinlage. Aufgetragen wird etwas dicker, weil die Schicht beim Trocknen dünner wird.
Wie lange muss eine Bitumendickbeschichtung trocknen?
Das hängt vom Stoff, von der Schichtdicke, von Temperatur und Luftfeuchte ab, bei kühlem und feuchtem Wetter dauert es länger. Verfüllt wird erst, wenn die Schicht durchgetrocknet ist. Maßgeblich sind die Angaben des Herstellers.
Kann man eine Bitumendickbeschichtung innen verwenden?
Für die Abdichtung einer Kellerwand von innen ist sie in der Regel nicht geeignet, weil Bitumenstoffe auf die Seite gehören, von der das Wasser kommt. Innen werden meist mineralische Dichtschlämmen und Spezialputze verwendet. Was passt, klärt ein Fachbetrieb nach einer Untersuchung.
Kann ich eine Bitumendickbeschichtung selbst auftragen?
Der Stoff ist im Handel erhältlich, die Arbeit ist aber anspruchsvoller, als sie wirkt. Untergrund, Schichtdicke, Hohlkehle, Anschlüsse und Trocknung entscheiden über die Dichtheit, und beim Freilegen darf das Fundament nicht unterhöhlt werden. Lassen Sie das deshalb von einem Fachbetrieb ausführen.
Was kostet eine Bitumendickbeschichtung?
Der Stoff selbst macht meist nur einen Teil des Aufwands aus. Entscheidend sind das Freilegen der Wand, die Vorbereitung des Untergrunds, Schutzschicht und Verfüllen. Einen belastbaren Preis gibt es erst nach einer Besichtigung und einem Angebot.
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.

