Ausführlich erklärt
Raumluftabhängige Feuerstätte einfach erklärt
Was ist eine raumluftabhängige Feuerstätte?
Eine raumluftabhängige Feuerstätte entnimmt die Luft, die sie für die Verbrennung braucht, dem Raum, in dem sie steht. Diese Luft muss von außen nachströmen, etwa über eine Öffnung in der Außenwand oder über Undichtheiten der Gebäudehülle. Raumluftabhängig arbeiten viele Kaminöfen, alle offenen Kamine und ältere Gasthermen in Bad oder Küche. Auch Öl- und Gaskessel im Heizungsraum sind oft so angeschlossen.
In Hessen grenzt die Feuerungsverordnung die Bauarten voneinander ab. Raumluftunabhängig ist danach nur eine Feuerstätte, die ihre Verbrennungsluft über Leitungen oder Schächte direkt aus dem Freien erhält und aus der kein Abgas in gefährlicher Menge in den Aufstellraum austreten kann. Jede andere Feuerstätte gilt als raumluftabhängig. Ein Anschluss für Außenluft allein reicht also nicht.
Warum ist sie wichtig?
Eine raumluftabhängige Feuerstätte arbeitet nur sicher, wenn genug Luft nachströmen kann. Fehlt sie, verbrennt der Brennstoff schlechter, und es entsteht mehr Kohlenmonoxid, ein giftiges Gas, das man weder sieht noch riecht. Gefährlich wird es auch, wenn im Raum ein Unterdruck entsteht. Dann können Abgase in die Wohnung gezogen werden, statt durch den Schornstein abzuziehen. Ein CO-Melder ist deshalb eine sinnvolle Ergänzung.
Einen solchen Unterdruck können Geräte erzeugen, die Luft nach draußen befördern, etwa eine Dunstabzugshaube im Abluftbetrieb, ein Abluft-Wäschetrockner oder eine Lüftungsanlage. Das Risiko steigt mit der Luftdichtheit des Hauses. Die Hessische Bauordnung verlangt, dass solche Anlagen den Betrieb der Feuerstätte nicht beeinträchtigen. Die Feuerungsverordnung nennt dafür mehrere Wege, etwa eine Sicherheitseinrichtung, die einen gleichzeitigen Betrieb verhindert, oder eine Technik, die keinen gefährlichen Unterdruck entstehen lässt.
Wann wird sie zum Thema?
- Nach einem Fenstertausch oder wenn Außentüren abgedichtet werden. Dann muss der Bezirksschornsteinfeger in der Regel prüfen, ob die Verbrennungsluft noch reicht.
- Wenn ein Abluftgerät dazukommt, etwa eine Dunstabzugshaube mit Abluft, ein Abluft-Wäschetrockner oder eine Lüftungsanlage.
- Beim Kauf eines Kaminofens für ein neues oder gut gedämmtes Haus.
- Bei Warnzeichen: Rauch oder Abgasgeruch im Raum, ein Feuer, das schlecht brennt, oder Ruß an der Feuerstätte.
Gut zu wissen
- Öffnungen und Leitungen für die Verbrennungsluft dürfen nicht verschlossen oder zugestellt werden, auch nicht im Winter. Das schreibt die Hessische Feuerungsverordnung vor.
- Eine Dunstabzugshaube im Umluftbetrieb führt keine Luft nach draußen ab und erzeugt deshalb keinen Unterdruck.
- Als Sicherheitseinrichtungen kommen zum Beispiel Unterdruckwächter oder Fensterkontaktschalter infrage. Welche Lösung passt, stimmen Sie vor dem Einbau mit dem Bezirksschornsteinfeger ab.
- Ein offener Kamin braucht besonders viel Verbrennungsluft. Nach der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen darf er nur gelegentlich betrieben werden.
- Arbeiten an Feuerstätten, Abgaswegen und Lüftungsanlagen gehören in die Hände von Fachbetrieben. Neue oder geänderte Anlagen nimmt der Bezirksschornsteinfeger ab.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen raumluftabhängiger und raumluftunabhängiger Feuerstätte?
Eine raumluftabhängige Feuerstätte nimmt ihre Verbrennungsluft aus dem Aufstellraum. Eine raumluftunabhängige erhält sie über eine dichte Leitung oder einen Schacht direkt von außen und ist zum Raum hin so dicht, dass kein Abgas in gefährlicher Menge austreten kann. Sie eignet sich deshalb besser für sehr dichte Häuser und Häuser mit Lüftungsanlage.
Woran erkenne ich, ob meine Feuerstätte raumluftabhängig ist?
Hinweise geben die Anleitung des Herstellers und die Art des Anschlusses. Erhält das Gerät seine Luft nicht über eine dichte Leitung direkt von außen, arbeitet es raumluftabhängig. Im Zweifel fragen Sie den Schornsteinfeger.
Darf ich eine Dunstabzugshaube zusammen mit einem Kaminofen betreiben?
Ja, wenn dabei kein gefährlicher Unterdruck entstehen kann. Eine Umlufthaube saugt keine Luft nach draußen ab, bei einer Haube im Abluftbetrieb ist dagegen meist eine Sicherheitseinrichtung nötig, etwa ein Unterdruckwächter oder ein Fensterkontaktschalter. Die passende Lösung stimmen Sie mit dem Bezirksschornsteinfeger ab.
Wie groß muss die Zuluftöffnung im Aufstellraum sein?
In Hessen gilt die Verbrennungsluft bei raumluftabhängigen Feuerstätten mit zusammen bis zu 50 Kilowatt Nennleistung zum Beispiel als gesichert, wenn eine Öffnung ins Freie mindestens 150 Quadratzentimeter freien Querschnitt hat oder zwei Öffnungen je 75 Quadratzentimeter. Für offene Kamine gilt diese Regel nicht, und auch andere Nachweise sind möglich. Was bei Ihnen ausreicht, beurteilt der Bezirksschornsteinfeger.
Was muss ich nach einem Fenstertausch beachten?
Neue, dichte Fenster oder abgedichtete Außentüren können die Versorgung mit Verbrennungsluft verändern. Dann müssen Sie nach Abschluss der Arbeiten unverzüglich vom Bezirksschornsteinfeger prüfen lassen, ob Verbrennungsluft und Abgasabführung noch den Vorschriften entsprechen. So sieht es die Kehr- und Überprüfungsordnung vor.
Woran merke ich, dass die Feuerstätte zu wenig Luft bekommt?
Mögliche Zeichen sind Rauch oder Abgasgeruch im Raum, ein träges, rußendes Feuer oder eine Flamme, die anders aussieht als gewohnt, oft während ein Abluftgerät läuft. Lüften Sie dann, betreiben Sie die Feuerstätte nicht weiter und lassen Sie die Ursache vom Schornsteinfeger oder Fachbetrieb klären. Bei Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit gehen Sie ins Freie und rufen den Notruf 112.
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.
