Ausführlich erklärt
Erdsenkung einfach erklärt
Was ist eine Erdsenkung?
Bei einer Erdsenkung sinkt der Boden an einer Stelle ab. Das kann langsam geschehen, sodass sich eine flache Mulde bildet, oder plötzlich als Einbruch, den Fachleute Erdfall nennen. Eine natürliche Ursache sind Hohlräume im Untergrund. Sie entstehen, wenn Wasser lösliche Gesteine wie Gips, Salz oder Kalk nach und nach auflöst.
In der Versicherung ist der Begriff enger gefasst. In vielen Verträgen, die sich an den Musterbedingungen der Versicherer orientieren, ist eine Erdsenkung die naturbedingte Absenkung des Erdbodens über naturbedingten Hohlräumen. Die gewöhnliche Setzung eines Hauses fällt danach nicht darunter. Schäden durch Trockenheit oder Austrocknung schließen die Musterbedingungen ausdrücklich aus.
Warum sind Erdsenkungen ein Thema fürs Haus?
Senkt sich der Boden unter einem Haus ungleichmäßig, gerät das Mauerwerk unter Spannung. Es entstehen Risse, Türen und Fenster klemmen, im schlimmsten Fall ist die Standsicherheit betroffen. Die Risse sehen oft aus wie ein Setzriss, die Ursache ist deshalb nicht gleich klar.
Von der Ursache hängt ab, wie das Haus gesichert wird und wer für den Schaden aufkommt. Eine naturbedingte Erdsenkung ist in der Regel nur über eine Elementarschadenversicherung abgedeckt. Für Schäden durch Bergbau gelten eigene Regeln nach dem Bundesberggesetz, ersatzpflichtig ist danach grundsätzlich das Bergbauunternehmen. Nach Bauarbeiten in der Nachbarschaft kann es um die Haftung von Bauherrschaft oder Baufirma gehen.
Wann werden Erdsenkungen zum Thema?
- Bei neuen Rissen in Wänden, Decken oder Boden, besonders wenn sie wachsen oder Türen und Fenster klemmen.
- Wenn sich das Gelände verändert: Mulden im Rasen, abgesackte Platten und Wege oder ein Loch, das sich plötzlich auftut.
- In Gegenden mit löslichem Gestein im Untergrund oder mit früherem Bergbau. In Hessen sind größere Erdfall- und Senkungsgebiete vor allem aus Nord- und Nordosthessen und dem Rhein-Main-Gebiet bekannt.
- Nach Bauarbeiten in der Nachbarschaft, etwa einer tiefen Baugrube oder wenn dafür Grundwasser abgepumpt wurde.
- Bei Verdacht auf eine undichte Leitung: Austretendes Wasser kann Boden ausspülen. Eine Kamerabefahrung zeigt, ob die Leitung beschädigt ist.
Gut zu wissen
- Bricht der Boden plötzlich ein, halten Sie Abstand und sperren Sie die Stelle ab, die Ränder können nachbrechen. Ist das Haus betroffen, rufen Sie die Feuerwehr.
- Die Ursache klären Bausachverständige, oft mit einem Baugrundgutachten. Sicherungsarbeiten gehören in die Hände von Fachbetrieben und einer Tragwerksplanung. Fotografieren Sie Risse regelmäßig mit Datum und Maßstab und halten Sie alles in Ihrer Hausakte fest.
- Im Einwirkungsbereich eines Bergbaus unter Tage wird nach dem Bundesberggesetz unter bestimmten Voraussetzungen vermutet, dass Schäden durch Senkungen, Erdrisse oder ähnliche Bodenbewegungen vom Bergbau verursacht wurden.
- Wird nebenan gebaut, kann eine Beweissicherung vor Baubeginn sinnvoll sein. Nach § 909 BGB darf ein Grundstück nicht in der Weise vertieft werden, dass der Boden des Nachbargrundstücks die erforderliche Stütze verliert, es sei denn, dass für eine genügende anderweitige Befestigung gesorgt ist.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Erdsenkung und Setzung?
Bei einer Setzung drückt das Haus durch sein Gewicht den Baugrund zusammen, vor allem in den ersten Jahren nach dem Bau. Bei einer Erdsenkung sinkt der Boden selbst ab, etwa über Hohlräumen im Untergrund. Für Sicherung und Versicherung macht das einen großen Unterschied.
Ist eine Erdsenkung versichert?
In der Regel nur über eine Elementarschadenversicherung, nicht über die Grundversicherung des Gebäudes. In vielen Verträgen gilt nur die naturbedingte Absenkung des Erdbodens über naturbedingten Hohlräumen als Erdsenkung, Schäden durch Trockenheit oder Austrocknung sind ausgeschlossen. Was gilt, steht in Ihren Vertragsbedingungen.
Woran erkenne ich eine Erdsenkung?
Mögliche Hinweise sind Risse, die wachsen, klemmende Türen und Fenster, eine Schieflage des Hauses sowie Mulden oder abgesackte Flächen im Garten. Ob wirklich eine Erdsenkung dahintersteckt, klären Bausachverständige, oft mit einem Baugrundgutachten.
Was ist ein Bergschaden?
Ein Bergschaden entsteht durch Bergbau, etwa wenn sich der Boden über früheren Abbaufeldern oder Stollen senkt. Dafür gelten eigene Regeln nach dem Bundesberggesetz, ersatzpflichtig ist grundsätzlich das Bergbauunternehmen. Als Erdsenkung im Sinne vieler Versicherungsbedingungen gilt ein Bergschaden in der Regel nicht, weil die Hohlräume nicht naturbedingt sind.
Was tun, wenn nach Bauarbeiten beim Nachbarn Risse auftreten?
Dokumentieren Sie die Risse mit Fotos, Datum und Maßstab und informieren Sie Bauherrschaft oder Baufirma schriftlich. Bausachverständige können klären, ob die Bauarbeiten die Ursache sind. Ob Ansprüche bestehen, klärt im Einzelfall eine rechtliche Beratung.
Was kostet die Sanierung nach einer Erdsenkung?
Das hängt von Ursache und Ausmaß ab, etwa davon, ob nur Risse geschlossen oder Hohlräume verfüllt und Fundamente gesichert werden müssen. Einen belastbaren Preis gibt es erst nach einer Untersuchung des Baugrunds und einem Angebot.
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.
