Ausführlich erklärt
Wildschwein einfach erklärt
Was ist ein Wildschwein?
Das Wildschwein ist ein kräftiges, borstiges Wildtier, das Jäger als Schwarzwild bezeichnen. Wildschweine leben in Familienverbänden, den Rotten. Die weiblichen Tiere heißen Bachen, die männlichen Keiler, die Jungtiere Frischlinge. Wildschweine sehen schlecht, riechen und hören aber sehr gut. Sie leben in Wald und Feld, suchen ihr Futter aber auch in Gärten am Ortsrand.
Wildschweine fressen fast alles: Eicheln, Bucheckern und Feldfrüchte, aber auch Würmer, Engerlinge, Mäuse, Fallobst und Gartenabfälle. Mit ihrem kräftigen Rüssel graben sie den Boden um. Nahe Siedlungen sind sie meist in der Dämmerung und nachts unterwegs. Haben sie einmal eine ergiebige Futterstelle gefunden, merken sie sich den Ort und kommen wieder.
Warum ist das Wildschwein ein Thema fürs Grundstück?
Eine Rotte kann in einer Nacht Rasen und Beete umpflügen. Auf der Suche nach Engerlingen und Würmern drehen Wildschweine die Grasnarbe um, fressen Zwiebeln und Knollen und plündern Kompost und Fallobst. Zäune drücken sie mit dem Rüssel hoch oder untergraben sie. Einfacher Maschendraht hält den kräftigen Tieren oft nicht stand.
Zugleich unterliegen Wildschweine dem Jagdrecht. In einem eingefriedeten Hausgarten, der direkt an das Wohnhaus grenzt, ruht in Hessen die Jagd. Fangen oder töten dürfen Sie die Tiere dort nicht, und Schäden werden in der Regel nicht als Wildschaden ersetzt. Weil die Afrikanische Schweinepest in Teilen Hessens aufgetreten ist, gelten außerdem besondere Regeln, wenn Sie ein totes Tier finden.
Wann wird das Wildschwein zum Thema?
- Wenn morgens der Rasen umgewühlt ist oder Beete und Kompost aufgerissen sind.
- Wenn das Grundstück an Wald, Feld oder Wiesen grenzt und der Zaun Lücken hat oder nicht bis zum Boden reicht.
- Im Herbst, wenn Fallobst und Nüsse locken. Beim Herbstcheck gehört das Aufsammeln deshalb dazu.
- Wenn Wildschweine im Ort gesichtet werden, besonders Bachen mit Frischlingen.
- Wenn Sie ein totes Wildschwein finden: Fassen Sie es nicht an und melden Sie den Fund dem Veterinäramt.
Gut zu wissen
- Den besten Schutz bietet eine stabile, lückenlose Einfriedung, die bis zum Boden reicht. Gegen Hochdrücken und Untergraben helfen ein Sockel oder ein Zaunstreifen, der in die Erde eingegraben und nach außen umgebogen wird. Tore halten Sie geschlossen.
- Nehmen Sie den Tieren Anreize: Fallobst aufsammeln, Kompost im umzäunten Bereich anlegen, Mülltonnen geschlossen halten und keine Gartenabfälle am Waldrand abladen. Übertreiben Sie auch die Gartenbewässerung nicht, denn feuchter Boden lockt Würmer und Insekten an.
- Füttern Sie Wildschweine nie. Das Hessische Jagdgesetz verbietet grundsätzlich, Futter für Schalenwild auszubringen, zu dem Wildschweine gehören. Ein Verstoß kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.
- Selbst jagen oder Fallen aufstellen dürfen Sie nicht. Ansprechpartner sind die untere Jagdbehörde beim Landkreis oder bei der kreisfreien Stadt und der Jagdausübungsberechtigte des angrenzenden Reviers.
- Schäden durch Wildtiere an Rasen, Beeten oder Zaun sind über die Wohngebäudeversicherung meist nicht versichert. Prüfen Sie Ihre Vertragsbedingungen.
Häufige Fragen
Was tun, wenn ich einem Wildschwein begegne?
Bleiben Sie ruhig, halten Sie Abstand und lassen Sie dem Tier einen Fluchtweg, drängen Sie es nie in eine Ecke. Ziehen Sie sich langsam zurück, statt wegzurennen, und nehmen Sie Hunde an die Leine. Besonders vorsichtig sollten Sie bei Bachen mit Frischlingen sein, denn sie verteidigen ihre Jungen.
Darf ich Wildschweine aus meinem Garten vertreiben?
Verscheuchen dürfen Sie sie, etwa durch Lärm aus sicherer Entfernung, solange die Tiere einen Fluchtweg haben. Fangen, verletzen oder töten dürfen Sie sie nicht, denn Wildschweine unterliegen dem Jagdrecht. Bei wiederkehrenden Problemen wenden Sie sich an die untere Jagdbehörde, die in Ausnahmefällen eine Bejagung auch in Hausgärten gestatten kann.
Darf man Wildschweine füttern?
Nein. Das Hessische Jagdgesetz verbietet grundsätzlich, Futter für Schalenwild auszubringen, zu dem Wildschweine gehören, und ein Verstoß kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Auch offener Kompost, liegen gebliebenes Fallobst und Essensreste locken die Tiere dauerhaft an.
Wer zahlt Schäden durch Wildschweine im Garten?
Meist niemand außer Ihnen selbst. Ein eingefriedeter Hausgarten am Wohnhaus gilt in Hessen als befriedeter Bezirk, in dem die Jagd ruht, und für solche Flächen wird Wildschaden nach dem Hessischen Jagdgesetz nicht erstattet. Auch die Wohngebäudeversicherung deckt Gartenschäden durch Wildtiere meist nicht ab, maßgeblich sind Ihre Vertragsbedingungen.
Was tun, wenn ich ein totes Wildschwein finde?
Fassen Sie das Tier nicht an und halten Sie Hunde fern. Melden Sie den Fund mit möglichst genauer Ortsangabe dem Veterinäramt Ihres Landkreises oder Ihrer kreisfreien Stadt, das gilt in ganz Hessen wegen der Afrikanischen Schweinepest. Für Menschen ist die Seuche ungefährlich, für Haus- und Wildschweine verläuft sie fast immer tödlich.
Was kostet es, den Garten gegen Wildschweine zu sichern?
Das hängt von der Länge der Grundstücksgrenze ab, vom Zauntyp, vom Gelände und davon, ob ein Sockel oder ein Schutz gegen Untergraben nötig ist. Einen belastbaren Preis gibt es erst nach einer Besichtigung und einem Angebot.
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.
