Ausführlich erklärt
Nagekäfer einfach erklärt
Was sind Nagekäfer?
Nagekäfer sind eine Familie kleiner Käfer, zu der mehrere Holzschädlinge gehören. Am Haus ist vor allem der Gewöhnliche Nagekäfer von Bedeutung, dessen Larve als Holzwurm bekannt ist. Der erwachsene Käfer ist nach Angaben des Umweltbundesamts 3 bis 5 Millimeter lang und dunkelbraun bis schwärzlich. Er befällt Nadel- und Laubholz, vor allem das äußere Splintholz.
Die Larven fressen sich im Mittel etwa zwei Jahre durch das Holz, in altem, nährstoffarmem Holz auch deutlich länger. Erst der fertige Käfer nagt sich heraus und hinterlässt ein rundes Ausflugloch von etwa 1 bis 2 Millimetern. Ein weiterer Holzschädling der Familie ist der Gescheckte Nagekäfer, auch Totenuhr genannt. Er befällt vor allem feuchtes, von Pilzen vorgeschädigtes Hartholz, etwa Eiche in alten Fachwerkhäusern.
Warum sind Nagekäfer ein Thema fürs Haus?
Bei Möbeln ist ein Befall vor allem ärgerlich. Sitzen die Larven in tragenden Balken, etwa im Dachstuhl oder in Holzbalkendecken, können sie auf Dauer die Tragfähigkeit gefährden. Weil die Käfer standorttreu sind und ihre Eier gern wieder in dasselbe Holz legen, kann sich ein Befall über Jahre ausweiten.
Ein Befall hängt eng mit Feuchtigkeit zusammen. Nach Angaben des Umweltbundesamts brauchen die Larven des Gewöhnlichen Nagekäfers eine Holzfeuchte von mindestens 10 bis 12 Prozent beziehungsweise eine relative Luftfeuchtigkeit von mindestens 60 Prozent. Betroffen sind deshalb vor allem kühle, wenig beheizte Räume wie Keller oder alte Nebengebäude, zentral beheizte Räume sind meist zu trocken. Der Gescheckte Nagekäfer braucht sogar feuchtes, pilzbefallenes Holz. Ein Befall kann also auf ein Feuchteproblem hinweisen.
Wann werden Nagekäfer zum Thema?
- Bei kleinen, runden Löchern in Möbeln, Dielen, Treppen oder Balken, besonders wenn darunter frisches, helles Bohrmehl liegt.
- Wenn altes Holz ins Haus kommt, etwa gebrauchte Möbel oder Bauholz.
- In feuchten, wenig genutzten Räumen mit verbautem Holz, etwa im Keller oder in ungeheizten Anbauten.
- Bei Sanierung oder Hauskauf, wenn Balken und Dielen frei liegen.
Gut zu wissen
- Sind verbaute oder tragende Hölzer betroffen, gehören Prüfung und Bekämpfung in die Hände von Sachverständigen und Fachbetrieben. Grundlage ist die Holzschutznorm DIN 68800-4. Müssen Hölzer verstärkt oder ersetzt werden, übernimmt das ein Zimmereibetrieb, bei Bedarf mit Tragwerksplanung.
- Bekämpft wird zum Beispiel mit Holzschutzmitteln oder ohne Biozide mit einem Heißluftverfahren. Dabei muss nach Angaben des Umweltbundesamts an allen Stellen des Holzes eine Temperatur von mindestens 55 Grad Celsius für mindestens 60 Minuten erreicht werden. Vor einem neuen Befall schützt das Erhitzen nicht.
- Beheben Sie die Ursache: Halten Sie Holz trocken und lüften und heizen Sie wenig genutzte Räume. Ob Holz zu feucht ist, zeigt eine Feuchtemessung. Setzen Sie Holzschutzmittel nicht auf Verdacht ein.
- Nicht verwechseln: Der Hausbock befällt verbautes Nadelholz vor allem in warmen Dachstühlen und hinterlässt deutlich größere, ovale Ausfluglöcher.
Häufige Fragen
Ist ein Nagekäfer dasselbe wie ein Holzwurm?
Nicht ganz. Holzwurm ist der umgangssprachliche Name für die Larven holzzerstörender Käfer, meist ist die Larve des Gewöhnlichen Nagekäfers gemeint. Den Schaden richten die Larven im Holz an, der fertige Käfer nagt sich am Ende nur noch heraus.
Woran erkenne ich einen Befall mit Nagekäfern?
Typisch sind kleine, runde Ausfluglöcher von etwa 1 bis 2 Millimetern, aus denen Bohrmehl rieselt. Frisches, helles Bohrmehl kann auf einen aktiven Befall hinweisen, sicher ist das aber nicht, denn es kann auch aus alten Gängen stammen. Ob der Befall noch aktiv ist und welcher Käfer dahintersteckt, bestimmen Sachverständige für Holzschutz.
Sind Nagekäfer gefährlich?
Für die Gesundheit bestehen nach Angaben des Umweltbundesamts keine Risiken. Für das Haus kann ein Befall gefährlich werden, wenn tragende Hölzer betroffen sind. Dann sollten Sachverständige Holz und Standsicherheit prüfen.
Kann ich Nagekäfer selbst bekämpfen?
Bei kleinen, beweglichen Gegenständen ist das teilweise möglich: Nach Angaben des Umweltbundesamts sterben die Larven ab, wenn die Gegenstände warm und trocken in einem zentral beheizten Raum stehen. Bei verbautem Holz ist davon abzuraten, weil sich die Ausbreitung von außen kaum erkennen lässt und aufgestrichene Mittel die Larven tief im Holz oft nicht erreichen. Prüfung und Bekämpfung gehören dann in die Hände von Fachbetrieben.
Was kostet die Bekämpfung von Nagekäfern?
Das hängt vom Umfang des Befalls ab, vom Verfahren, von der Zugänglichkeit der Hölzer und davon, ob geschädigte Teile ersetzt werden müssen. Einen belastbaren Preis gibt es erst nach einer Begutachtung und einem Angebot.
Zahlt die Versicherung bei Befall durch Nagekäfer?
Ein Befall durch Holzschädlinge gehört in der Regel nicht zu den Gefahren, gegen die eine Wohngebäudeversicherung schützt. Was in Ihrem Fall gilt, steht in Ihren Vertragsbedingungen.
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.
