Ausführlich erklärt
Relative Luftfeuchtigkeit einfach erklärt
Was ist die relative Luftfeuchtigkeit?
Die relative Luftfeuchtigkeit gibt in Prozent an, wie viel Wasserdampf die Luft enthält, gemessen an der Menge, die sie bei ihrer aktuellen Temperatur höchstens aufnehmen kann. Bei 50 Prozent ist sie also zur Hälfte gesättigt, bei 100 Prozent ganz. Dann schlägt sich weiterer Wasserdampf als Tau oder Kondenswasser nieder. Ein Hygrometer zeigt diesen Wert an.
Entscheidend ist die Temperatur. Warme Luft kann deutlich mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte: Bei 20 Grad sind es höchstens rund 17 Gramm pro Kubikmeter, bei 10 Grad nur noch rund 9 Gramm. Kühlt Luft ab, steigt deshalb ihre relative Feuchte, obwohl die Wassermenge gleich bleibt. Am Taupunkt erreicht sie 100 Prozent. Wird Luft erwärmt, sinkt der Wert.
Warum ist sie wichtig?
Für Schimmel zählt nicht der Wert in der Raummitte, sondern die Feuchte direkt an den Oberflächen. An kalten Stellen, etwa in Außenwandecken, hinter Möbeln oder an einer Wärmebrücke, kühlt die Raumluft ab, und ihre relative Feuchte steigt. Bei 20 Grad und 50 Prozent im Raum erreicht sie an einer Wandoberfläche mit knapp 13 Grad bereits rund 80 Prozent. Hält das über längere Zeit an, kann Schimmel wachsen, lange bevor Wasser sichtbar wird. Der Taupunkt liegt in diesem Fall erst bei rund 9 Grad.
Die relative Luftfeuchtigkeit zeigt deshalb gut, ob Lüften und Heizen zum Haus passen. Als grobe Orientierung für Wohnräume gelten 40 bis 60 Prozent, in älteren, ungedämmten Häusern eher der untere Bereich. Bleibt der Wert dauerhaft hoch, steigt die Gefahr von Feuchteschäden.
Wann wird sie zum Thema?
- In der Heizperiode, wenn morgens die Fenster beschlagen oder sich in Raumecken Feuchtigkeit zeigt.
- In kühleren Räumen wie dem Schlafzimmer: Dieselbe Luft hat dort eine höhere relative Feuchte als im warmen Wohnzimmer. Halten Sie die Türen dorthin geschlossen, damit keine warme, feuchte Luft hineinzieht.
- Im Keller im Sommer: Warme Außenluft kühlt an der Kellerwand ab, ihre relative Feuchte steigt, und Wasser kann sich niederschlagen. Lüften Sie dann vor allem in den kühlen Nacht- und Morgenstunden.
- Bei sehr trockener Raumluft im Winter, wenn kalte Außenluft beim Lüften hereinkommt und erwärmt wird.
Gut zu wissen
- Lesen Sie die relative Luftfeuchtigkeit immer zusammen mit der Temperatur. Erst beide Werte zeigen, wie viel Wasserdampf die Luft enthält und wo ihr Taupunkt liegt.
- In der Heizperiode senkt Lüften die Feuchte auch an Regentagen. Luft mit 0 Grad und 80 Prozent kommt, auf 20 Grad erwärmt, nur noch auf rund 20 Prozent relative Feuchte.
- Ein Hygrometer misst die Luft im Raum, nicht die Feuchte an der Wand. In kalten Ecken ist sie direkt an der Oberfläche höher als angezeigt.
- Bleibt die relative Feuchte trotz Lüften und Heizen dauerhaft hoch, kann eine bauliche Ursache dahinterstecken. Dann sollte ein Fachbetrieb oder Sachverständiger nachsehen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen relativer und absoluter Luftfeuchtigkeit?
Die absolute Luftfeuchtigkeit gibt an, wie viele Gramm Wasserdampf ein Kubikmeter Luft enthält. Die relative Luftfeuchtigkeit setzt diese Menge ins Verhältnis zur höchstmöglichen Menge bei der jeweiligen Temperatur und wird in Prozent angegeben. Deshalb ändert sich die relative Feuchte, wenn sich die Temperatur ändert, die absolute nicht.
Welche relative Luftfeuchtigkeit ist in Wohnräumen normal?
Als grobe Orientierung gelten 40 bis 60 Prozent, in älteren, ungedämmten Häusern eher der untere Bereich. Kurzfristig höhere Werte, etwa nach dem Duschen, sind normal. Entscheidend ist, dass die Feuchte nicht dauerhaft hoch bleibt.
Warum ist die Luftfeuchtigkeit im Winter so niedrig?
Kalte Außenluft kann nur wenig Wasserdampf aufnehmen. Wird sie im Haus erwärmt, sinkt ihre relative Feuchte deutlich, obwohl sich die Wassermenge nicht ändert. Überheizte Räume und dauerhaft gekippte Fenster verstärken das.
Warum zeigt das Hygrometer im Schlafzimmer mehr an als im Wohnzimmer?
Kühlere Luft kann weniger Wasserdampf aufnehmen. Bei gleicher Wassermenge ist die relative Feuchte im kühleren Schlafzimmer deshalb höher als im warmen Wohnzimmer. Hinzu kommt die Feuchtigkeit, die Menschen im Schlaf über Atem und Haut abgeben.
Ab welcher relativen Luftfeuchtigkeit droht Schimmel?
Schimmel kann wachsen, wenn die Luft direkt an einer Oberfläche über längere Zeit etwa 80 Prozent relative Feuchte erreicht. An kalten Wänden ist das schon der Fall, wenn das Hygrometer in der Raummitte deutlich weniger anzeigt. Dauerhaft erhöhte Werte sollten Sie deshalb ernst nehmen.
Hilft Lüften auch bei Regen oder Nebel?
In der Heizperiode in der Regel ja. Kalte Außenluft enthält auch bei Regen nur wenig Wasserdampf und wird im Haus beim Erwärmen deutlich trockener. Im Sommer gilt das nicht in gleichem Maß, vor allem nicht für kühle Kellerräume.
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.
