Kurz erklärt

Sammelbegriff für Wachstum von Schimmelpilzen, Bakterien oder anderen Mikroorganismen.

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Die Kurzdefinitionen sind bewusst allgemeinverständlich formuliert und ersetzen keine fachliche Prüfung oder individuelle Beratung.

Ausführlich erklärt

Mikrobieller Befall einfach erklärt

Was ist mikrobieller Befall?

Mikrobieller Befall ist ein Sammelbegriff für das Wachstum von Mikroorganismen auf oder in Materialien. Gemeint sind vor allem Schimmelpilze, aber auch Bakterien und Hefen. Im Haus entsteht er dort, wo Baustoffe oder Gegenstände über längere Zeit feucht waren. Fachleute verwenden den Begriff, weil bei Feuchteschäden selten nur Pilze wachsen. Nach Angaben des Umweltbundesamts treten Bakterien häufig gemeinsam mit Schimmelpilzen auf, darunter sogenannte Aktinobakterien. Sie verursachen oft den muffigen Geruch feuchter Altbaukeller.

Vom Befall unterscheiden Fachleute die bloße Verunreinigung. Sporen und Staub aus der Luft lagern sich auf jeder Oberfläche ab. Von Befall spricht man erst, wenn sich Mikroorganismen im Material vermehren oder vermehrt haben, auch wenn sie abgestorben sind. Ein solcher Befall ist nicht immer sichtbar. Er kann in der Dämmschicht unter dem Estrich, im Putz oder hinter Verkleidungen sitzen und lässt sich dann oft nur im Labor nachweisen.

Warum ist er wichtig?

Mikrobieller Befall ist ein hygienisches Problem. Lebende und abgestorbene Bestandteile von Schimmelpilzen und Bakterien können die Atemwege reizen und allergische Reaktionen auslösen. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb vorsorglich, Befall in Innenräumen fachgerecht zu beseitigen. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist die Ärztin oder der Arzt die richtige Anlaufstelle.

Besonders heikel sind Schäden durch verschmutztes Wasser. Dringt bei einem Rückstau oder Hochwasser Abwasser ins Haus, können zusätzlich Krankheitserreger in Böden und Wände gelangen. Beim Umgang mit fäkalbelastetem Wasser und Material sind dann Maßnahmen gegen Infektionen nötig, etwa Schutzkleidung und gegebenenfalls eine Desinfektion. Auch nach einem Leitungswasserschaden mit sauberem Wasser ist je nach Material mit Befall zu rechnen, wenn Bauteile über Tage oder Wochen nass bleiben.

Wann wird er zum Thema?

  • Nach einem Wasserschaden, besonders wenn er spät entdeckt wurde oder die Trocknung lange gedauert hat.
  • Nach Rückstau oder Hochwasser, wenn verschmutztes Wasser im Haus stand.
  • Bei muffigem Geruch ohne sichtbare Flecken, etwa aus dem Fußbodenaufbau, aus Verkleidungen oder aus dem Keller.
  • Wenn ein Gutachten von mikrobiellem Befall spricht, etwa nach einer Untersuchung für die Versicherung.
  • Bei Umbau oder Hauskauf, wenn frühere Feuchteschäden bekannt sind oder hinter Böden und Wänden Verfärbungen auftauchen.

Gut zu wissen

  • Der Begriff beschreibt den Schaden, eine Schimmelsanierung den Weg, ihn zu beseitigen. Die Arbeiten gehören in die Hände eines Fachbetriebs. Grundlage ist in der Regel der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts.
  • Trocknen allein reicht oft nicht. Befallenes Material wird nach dem Leitfaden grundsätzlich vor der Bautrocknung entfernt. Die Trocknung muss so laufen, dass keine Sporen und Fasern in andere Räume gelangen.
  • Mittel gegen Schimmel ersetzen das Entfernen befallener Materialien nicht. Einen Fußbodenaufbau mit Bioziden zu fluten, oft fälschlich Desinfektion genannt, ist nach dem Leitfaden keine nachhaltige Sanierung.
  • Wie streng saniert wird, hängt auch von der Nutzung ab. Für Wohnräume und Räume mit direktem Zugang zur Wohnung gelten höhere Anforderungen als etwa für eine separate Garage.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen mikrobiellem Befall und Schimmel?

Mit Schimmel sind im engeren Sinn Pilze gemeint. Mikrobieller Befall umfasst zusätzlich Bakterien und Hefen, die bei Feuchteschäden oft mitwachsen. Das Umweltbundesamt verwendet den Begriff Schimmel in seinem Leitfaden inzwischen ebenfalls für diesen gesamten Befall.

Ist mikrobieller Befall gesundheitsschädlich?

Bestandteile von Schimmelpilzen und Bakterien können die Atemwege reizen und Allergien auslösen, auch wenn sie abgestorben sind. Infektionen durch Schimmelpilze sind nach Angaben des Umweltbundesamts äußerst selten und betreffen fast nur stark immungeschwächte Menschen, nach Schäden mit Abwasser können aber Krankheitserreger hinzukommen. Gesundheitliche Beschwerden sollten Sie ärztlich abklären lassen.

Wie wird mikrobieller Befall festgestellt?

Am Anfang steht eine Ortsbegehung durch Fachleute, die nach Feuchte und Ursachen sucht. Verdeckter Befall, etwa in einer Dämmschicht, lässt sich meist nur über Materialproben im Labor nachweisen. Luftmessungen geben eher Hinweise und sind für sich allein nicht aussagekräftig.

Reicht es, Bauteile nach einem Wasserschaden zu trocknen?

Nicht immer. Vor der Trocknung muss geprüft werden, wohin die Feuchte gelangt ist und ob sich schon ein Befall gebildet hat. Befallenes Material wird in der Regel vorher entfernt, und bei Papier, Pappe und oft auch Spanplatten ist eine Trocknung nach dem Leitfaden nicht sinnvoll.

Kann ich mikrobiellen Befall selbst beseitigen?

Kleinen, oberflächlichen Schimmel bis etwa einen halben Quadratmeter können gesunde Personen nach Empfehlung des Umweltbundesamts meist selbst entfernen, mit Handschuhen und Atemschutz. Befall in Bauteilen, nach Schäden mit Abwasser oder mit unklarer Ursache gehört in die Hände eines Fachbetriebs.

Zahlt die Versicherung bei mikrobiellem Befall?

Das hängt von der Ursache und vom Vertrag ab. Geht der Befall auf einen versicherten Schaden zurück, etwa einen Leitungswasserschaden, kann die Beseitigung unter Umständen mitversichert sein. Prüfen Sie Ihre Vertragsbedingungen und stimmen Sie Arbeiten vorher mit dem Versicherer ab.

🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.

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