Kurz erklärt

Offener Auslauf, über den Regenwasser sichtbar von Dach oder Fläche abgeführt wird.

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Die Kurzdefinitionen sind bewusst allgemeinverständlich formuliert und ersetzen keine fachliche Prüfung oder individuelle Beratung.

Ausführlich erklärt

Speier einfach erklärt

Was ist ein Speier?

Ein Speier ist ein kurzes, offenes Auslaufrohr aus Metall oder Kunststoff, das Regenwasser von einer Fläche ins Freie abgibt. Statt durch ein Fallrohr zu laufen, fällt das Wasser sichtbar als Strahl herab. Der Name erinnert an die Wasserspeier alter Kirchen, die das Regenwasser über Figuren von den Mauern weggeleitet haben.

Speier sitzen an Flächen mit einem erhöhten Rand, über den das Wasser sonst nicht hinauskäme. Typisch sind die Aufkantung eines Flachdachs, die Attika, sowie Balkone, Loggien und Dachterrassen mit geschlossener Brüstung. Auch kleine Vordächer, Carports oder Gauben entwässern manchmal über einen Speier. Teils ist er der normale Ablauf einer kleinen Fläche, teils gehört er als Notüberlauf zur Notentwässerung und springt erst an, wenn die Abläufe das Wasser nicht mehr schaffen.

Warum ist er wichtig?

Ein Speier ist einfach gebaut. Er hat keine Leitung, die verstopfen oder zurückstauen kann, und man sieht sofort, ob Wasser herauskommt. Heikel sind zwei Stellen. Reißt der Anschluss an die Abdichtung von Dach, Attika oder Balkon, gelangt Wasser in Brüstung oder Wand. Ist der Speier zu kurz oder falsch geneigt, läuft das Wasser an der Fassade herab und hinterlässt nasse Stellen, Algen und Schmutzfahnen.

Ebenso wichtig ist, wo der Strahl landet. Trifft er auf den Sockel, spritzt Wasser an die Wand und belastet die Sockelabdichtung. Auf Wegen, Treppen und Einfahrten kann es im Winter zu Glatteis gefrieren, am Speier selbst wachsen Eiszapfen. Auch der Nachbar ist geschützt: In Hessen müssen bauliche Anlagen nach § 26 des Nachbarrechtsgesetzes so eingerichtet sein, dass Niederschlagswasser nicht auf das Nachbargrundstück tropft oder dorthin abgeleitet wird. Auch Wasser, das auf das eigene Grundstück tropft oder abgeleitet wird, darf nicht auf das Nachbargrundstück übertreten.

Wann wird er zum Thema?

  • Wenn sich unter einem Speier dunkle Streifen, Algen oder Putzschäden an der Fassade zeigen.
  • Wenn der Strahl Wege, Eingänge oder das Nachbargrundstück trifft, etwa bei Wind oder heftigem Regen.
  • Bei einer Fassadendämmung, etwa mit einem Wärmedämmverbundsystem: Die Wand wird dicker, und ein vorhandener Speier ragt oft nicht mehr weit genug hinaus.
  • Bei einer Dachsanierung oder einem neuen Balkonbelag: Wird der Aufbau höher, müssen Speier in der Höhe angepasst und neu an die Abdichtung angeschlossen werden.

Gut zu wissen

  • Ein Speier sollte weit genug über die Fassade hinausragen und leicht nach außen fallen, damit das Wasser frei abtropft.
  • Unten sollte das Wasser schadlos auftreffen und vom Haus weg ablaufen, etwa auf ein Kiesbett, in eine Rinne oder auf Pflaster mit Gefälle.
  • Ein Speier, der als Notüberlauf dient, muss frei bleiben. Er darf weder verschlossen noch an ein Fallrohr angeschlossen werden.
  • Einbau, Anschluss an die Abdichtung und Reparaturen gehören in die Hände eines Fachbetriebs. Die Arbeit findet meist in der Höhe statt, und Fehler führen schnell zu Feuchteschäden.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Speier und Fallrohr?

Ein Fallrohr führt das Wasser geschlossen an der Fassade nach unten, meist in eine Leitung im Boden. Ein Speier gibt es offen ab, das Wasser fällt frei herab. Speier sind deshalb vor allem bei kleinen Flächen und als Notüberlauf üblich.

Wie lang muss ein Speier sein?

Er muss so weit über die Fassade hinausragen und so geneigt sein, dass das Wasser auch bei Wind frei abtropft und nicht an der Wand herabläuft. Die passende Länge hängt von Wandaufbau, Höhe und Lage ab und wird vom Fachbetrieb festgelegt.

Darf ein Speier auf das Nachbargrundstück entwässern?

In Hessen grundsätzlich nicht: Nach § 26 des Hessischen Nachbarrechtsgesetzes müssen bauliche Anlagen so eingerichtet sein, dass Niederschlagswasser nicht auf das Nachbargrundstück tropft, dorthin abgeleitet wird oder vom eigenen Grundstück aus übertritt. Nachbarn können etwas anderes vereinbaren, im Streitfall hilft eine rechtliche Beratung.

Was tun, wenn der Speier die Fassade verschmutzt?

Schmutzfahnen und nasse Stellen unter dem Speier zeigen, dass das Wasser nicht frei abtropft. Oft ist er zu kurz oder zu flach geneigt. Ein Fachbetrieb kann ihn verlängern oder ersetzen, danach lässt sich die Fassade reinigen oder ausbessern.

Kann ich einen Speier selbst anbringen oder verlängern?

Davon ist abzuraten. Der Speier muss dicht an die Abdichtung von Dach, Attika oder Balkon angeschlossen werden, und die Arbeit findet meist in der Höhe statt. Das gehört in die Hände eines Fachbetriebs.

Was kostet ein Speier?

Das hängt von Material und Länge ab, vor allem aber vom Anschluss an die Abdichtung und vom Zugang, etwa ob ein Gerüst nötig ist. Einen belastbaren Preis gibt es erst nach einer Besichtigung und einem Angebot.

🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.

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