Kurz erklärt

Bereich, in dem sich Putz vom Untergrund gelöst hat, äußerlich aber noch vorhanden ist.

Ausführlich erklärt ↓

Die Kurzdefinitionen sind bewusst allgemeinverständlich formuliert und ersetzen keine fachliche Prüfung oder individuelle Beratung.

Ausführlich erklärt

Putzhohlstelle einfach erklärt

Was ist eine Putzhohlstelle?

Eine Putzhohlstelle ist ein Bereich, in dem sich der Putz vom Untergrund gelöst hat, aber noch an der Wand sitzt. Zwischen Putz und Mauerwerk oder zwischen zwei Putzlagen ist ein Spalt entstanden. Von außen ist das oft nicht zu sehen, beim Abklopfen klingt die Stelle aber hohl statt fest. Manchmal wölbt sich der Putz leicht, oder feine Risse umranden die Fläche.

Hinter Hohlstellen steckt häufig Feuchtigkeit, etwa Regen, der durch Risse eindringt, Wasser von einer überlaufenden Dachrinne oder aufsteigende Feuchtigkeit im Sockelbereich. Gefriert Wasser hinter dem Putz, drückt es ihn weiter ab. Auch ein Putz, der nicht zum Untergrund passt, ein schlecht vorbereiteter Untergrund, Bewegungen im Mauerwerk und häufige Temperaturwechsel können die Haftung lösen.

Warum ist sie wichtig?

Eine Hohlstelle ist oft die Vorstufe eines größeren Schadens. Der gelöste Putz schützt die Wand nur noch eingeschränkt. Wasser kann sich hinter ihm sammeln, im Winter gefrieren und die Fläche vergrößern, bis der Putz abbricht. Wer Hohlstellen früh findet und ihre Ursache beheben lässt, kann den Schaden oft auf eine kleine Ausbesserung begrenzen.

Hinzu kommt die Sicherheit. Lose Stücke können auf Wege, Eingänge, Stellplätze oder den Gehweg fallen. Als Eigentümer sind Sie für einen verkehrssicheren Zustand des Hauses verantwortlich. Löst sich ein Teil des Gebäudes und kommt dadurch jemand zu Schaden, haftet nach § 836 BGB grundsätzlich der Besitzer des Grundstücks, sofern er nicht nachweisen kann, dass er die erforderliche Sorgfalt beachtet hat. Ob eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht oder die Privathaftpflicht dafür eintritt, steht in den Vertragsbedingungen.

Wann wird sie zum Thema?

  • Beim Frühjahrscheck: Nach dem Winter lohnt es sich, auffällige Stellen in erreichbarer Höhe vorsichtig abzuklopfen.
  • Vor einem neuen Anstrich oder einer Fassadensanierung: Ein Fachbetrieb prüft, ob der vorhandene Putz noch fest haftet.
  • Nach Wasserschäden, etwa unter undichten Fensterbänken, an defekten Fallrohren oder nach einem Rohrbruch.
  • Bei einer gedämmten Fassade, wenn Flächen hohl klingen oder sich ausbeulen.

Gut zu wissen

  • Ob Ausbessern genügt, hängt von Größe, Zahl und Ursache der Hohlstellen ab. Kleine Stellen schlägt ein Fachbetrieb bis zum festen Rand ab und verputzt sie mit passendem Material neu, historische Putze lassen sich oft auch hinterfüllen. Sind große Teile der Fläche hohl, wird der Putz meist erneuert.
  • Bei einem Wärmedämmverbundsystem kann sich der Putz von der Dämmung gelöst haben, oder die Dämmplatten haften nicht mehr fest an der Wand. Das sollte ein Fachbetrieb zügig prüfen und mit Bestandteilen reparieren, die zum System passen, damit keine Feuchtigkeit in die Dämmung gelangt.
  • Ältere Putze können Asbest enthalten. Bevor größere Flächen abgeschlagen werden, sollte eine Materialprobe das klären.
  • Wird der Außenputz großflächig erneuert, kann das Gebäudemodernisierungsgesetz, früher Gebäudeenergiegesetz, Anforderungen an den Wärmeschutz der Wand stellen. Das Ausbessern einzelner Hohlstellen löst das in der Regel nicht aus.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Putzhohlstelle und Abplatzung?

Bei einer Hohlstelle hat sich der Putz vom Untergrund gelöst, sitzt aber noch an der Wand. Bei einer Abplatzung ist bereits ein Stück abgefallen. Hohlstellen gehen Abplatzungen oft voraus.

Wie erkenne ich eine Putzhohlstelle?

Typisch ist ein hohler Klang beim vorsichtigen Abklopfen, etwa mit den Fingerknöcheln. Hinweise sind auch Wölbungen, Risse rund um eine Fläche und Stellen, an denen schon Putz fehlt. Fachleute klopfen Flächen systematisch ab und nutzen bei Bedarf Wärmebildaufnahmen.

Ist eine Putzhohlstelle gefährlich?

Solange der Putz hält, ist sie vor allem ein Schaden an der Wand. Gefährlich wird sie, wenn sich Stücke über Wegen, Eingängen oder Stellplätzen lösen können. Dann sollte der Bereich abgesperrt und die Stelle zeitnah von einem Fachbetrieb gesichert werden.

Kann ich eine Putzhohlstelle selbst ausbessern?

Eine kleine Stelle an einer Innenwand oder in gut erreichbarer Höhe lässt sich mit passendem Material ausbessern, wenn der Untergrund trägt und die Ursache geklärt ist. Fassaden in der Höhe, gedämmte Fassaden und ältere Putze mit möglichem Asbestgehalt gehören in die Hände eines Fachbetriebs.

Was kostet es, Putzhohlstellen beseitigen zu lassen?

Das hängt von Zahl und Größe der Stellen ab, vom Putz, von der Ursache und davon, ob ein Gerüst nötig ist. Einen belastbaren Preis gibt es erst nach einer Besichtigung und einem Angebot.

Zahlt die Versicherung bei Putzhohlstellen?

Für den Schaden am eigenen Haus in der Regel nicht, weil Hohlstellen meist durch allmähliche Vorgänge wie Feuchtigkeit, Frost oder Alterung entstehen. Anders kann es sein, wenn sie Folge eines versicherten Ereignisses sind, etwa eines Rohrbruchs. Was gilt, steht in Ihren Vertragsbedingungen.

🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.

Verputzte Hausfassade mit FensterlädenAusführlich erklärtFassadePutz, Anstrich, Verkleidung und Sockelbereich.Beitrag lesen →

Alle Begriffe dieser Themenwelt

Mehr aus Fassade, Sockel & Mauerwerk

AbplatzungAblösung von Materialstücken, z. B. durch Feuchtigkeit, Frost oder Korrosion.AusblühungHelle Salzablagerung auf Mauerwerk oder Putz, häufig im Zusammenhang mit Feuchtigkeit.AußenputzPutzschicht auf der Fassade, die Witterungsschutz und Gestaltung übernimmt.AußenwandGebäudewand, die Innenraum und Außenklima voneinander trennt.DehnungsfugeGeplante Fuge, die Bewegungen von Bauteilen aufnehmen soll.FassadeÄußere sichtbare Fläche eines Gebäudes; schützt die Konstruktion und prägt das Erscheinungsbild.FrostabplatzungAbplatzung, die durch gefrierendes Wasser im Material verursacht werden kann.HaarrissSehr feiner Riss, meist nur in oberflächennahen Schichten sichtbar.Hinterlüftete FassadeFassade mit Luftschicht hinter der Bekleidung zur Feuchteabfuhr.KerndämmungDämmung innerhalb eines zweischaligen Mauerwerks.KiesstreifenKiesfläche entlang der Fassade, die Spritzwasser reduzieren und den Sockel freihalten kann.KlinkerHart gebrannter Ziegel, häufig als witterungsbeständige Fassadenbekleidung eingesetzt.MörtelfugeFuge zwischen Mauersteinen; beschädigte Fugen können Feuchtigkeit begünstigen.PutzhohlstelleSie sind hierPutzrissRiss in einer Putzschicht; Ursache und Tiefe können sehr unterschiedlich sein.SetzrissRiss, der durch Bewegungen oder Setzungen von Bauwerk bzw. Baugrund entstehen kann.SockelUnterer Bereich der Außenwand direkt über dem Gelände; besonders durch Feuchtigkeit und Spritzwasser belastet.SockelabdichtungAbdichtung des unteren Fassadenbereichs gegen Spritzwasser und Bodenfeuchte.SockelputzFür den Sockel geeigneter Putz mit erhöhter Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit und mechanische Belastung.SpritzwasserschutzMaßnahmen, die die Feuchtebelastung am unteren Fassadenbereich reduzieren.VerblendmauerwerkSichtbares Mauerwerk vor der tragenden Außenwand.VorhangfassadeVorgehängte Fassadenbekleidung vor der tragenden Außenwand.WärmebrückeBereich, an dem Wärme stärker nach außen abfließt und Innenoberflächen stärker auskühlen können.Wärmedämmverbundsystem(WDVS) System aus Dämmung, Armierung und Putz zur energetischen Verbesserung einer Außenwand.
Weiter im Glossar

Erstgespräch

Welche Risiken hat mein Eigenheim?

Eine kurze Einschätzung, unverbindlich und kostenlos.

Nach oben scrollen