Kurz erklärt

Fassade mit Luftschicht hinter der Bekleidung zur Feuchteabfuhr.

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Die Kurzdefinitionen sind bewusst allgemeinverständlich formuliert und ersetzen keine fachliche Prüfung oder individuelle Beratung.

Ausführlich erklärt

Hinterlüftete Fassade einfach erklärt

Was ist eine hinterlüftete Fassade?

Bei einer hinterlüfteten Fassade sitzt mit Abstand vor der Außenwand eine Bekleidung, etwa aus Holz, Schiefer, Faserzement oder Metall. Zwischen Bekleidung und Wand oder Dämmung bleibt ein schmaler Luftspalt, der unten und oben offen ist. Die Bekleidung hält Regen und Wind ab. Der Luftspalt sorgt dafür, dass Feuchtigkeit dahinter wieder abtrocknet.

Die Außenluft tritt am Fuß der Fassade durch Zuluftöffnungen ein und am oberen Abschluss, meist unter dem Dach, wieder aus. Angetrieben wird sie vor allem dadurch, dass sich die Luft im Spalt erwärmt und aufsteigt, zusätzlich durch Wind. Gitter oder Lochbleche an den Öffnungen halten Insekten und Kleintiere fern, ohne den Luftstrom zu sperren. Fachleute sprechen von einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade.

Warum ist sie wichtig?

Die hinterlüftete Fassade teilt die Aufgaben auf. Die Bekleidung übernimmt den Wetterschutz, die Dämmung dahinter den Wärmeschutz. Schlagregen, der durch Fugen dringt, läuft hinter der Bekleidung ab oder trocknet im Luftstrom. Auch Feuchtigkeit, die aus der Wand nach außen wandert, zieht mit der Luft ab. Nach der Norm DIN 4108-3 gilt eine Wand mit fachgerecht ausgeführter hinterlüfteter Bekleidung als ausreichend gegen Schlagregen geschützt.

Das funktioniert nur, solange die Luft frei strömen kann. Werden Zu- oder Abluftöffnungen zugestellt, mit Dämmstoff gefüllt oder von Nestern verschlossen, bleibt die Feuchtigkeit im Spalt. Dann können Unterkonstruktion und Bekleidung Schaden nehmen, bei Holz drohen Fäulnis und Pilzbefall. Das Prinzip ist dasselbe wie bei der Hinterlüftung eines Daches. Wie tief der Spalt sein muss und wie groß die Öffnungen, legt die Norm DIN 18516-1 fest.

Wann wird sie zum Thema?

  • Bei einer Fassadensanierung mit Dämmung, wenn statt Putz eine Bekleidung aus Holz, Schiefer oder Platten gewünscht ist.
  • An Wetterseiten mit viel Schlagregen, an denen Putz immer wieder Schaden nimmt.
  • Wenn sich Tiere einnisten: Wespen, Vögel oder Mäuse nutzen den Luftspalt gern, wenn Gitter fehlen oder beschädigt sind.
  • Bei Schäden an der Bekleidung, etwa losen oder gebrochenen Platten, Verfärbungen oder Feuchtespuren an der Unterkante.
  • Beim Kauf eines älteren Hauses mit verkleideter Fassade: Material, Alter und Zustand der Unterkonstruktion sind oft nicht dokumentiert.

Gut zu wissen

  • Planung und Montage gehören in die Hände eines Fachbetriebs. Die Bekleidung muss sicher in der Wand verankert sein und auch starkem Wind standhalten.
  • Die Öffnungen unten und oben müssen frei bleiben, auch bei späteren Arbeiten wie Pflastern oder Anbauen. Am Fuß braucht die Bekleidung Abstand zum Boden, damit Spritzwasser sie nicht dauerhaft durchfeuchtet.
  • Alte Fassadenplatten aus Faserzement können Asbest enthalten, vor allem aus der Zeit vor dem Asbestverbot 1993. Arbeiten daran sind streng geregelt und gehören in die Hände eines Fachbetriebs mit entsprechender Sachkunde.
  • Werfen Sie bei Rundgängen ums Haus einen Blick auf die Fassade. Lose Teile, verbogene Gitter oder verstopfte Öffnungen lassen sich früh beheben, bevor Feuchtigkeit Schäden anrichtet.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer hinterlüfteten Fassade und einem Wärmedämmverbundsystem?

Beim Wärmedämmverbundsystem sitzt der Putz direkt auf der Dämmung und muss Wetter und Feuchtigkeit allein abhalten. Bei der hinterlüfteten Fassade schützt eine eigene Bekleidung vor dem Wetter, und der Luftspalt dahinter hält die Dämmung trocken. Beschädigte Teile der Bekleidung lassen sich oft einzeln austauschen.

Brauche ich für eine hinterlüftete Fassade eine Genehmigung?

In Hessen sind Außenwandverkleidungen nach der Hessischen Bauordnung baugenehmigungsfrei, ausgenommen bei Sonderbauten. Die Bauvorschriften, etwa zum Brandschutz, gelten trotzdem. Bei Denkmalschutz, einer Gestaltungssatzung der Gemeinde oder einer Wand an der Grundstücksgrenze klären Sie das vorher mit dem Bauamt.

Wie oft muss eine hinterlüftete Fassade kontrolliert werden?

Eine feste Frist gibt es nicht. Sehen Sie Bekleidung, Gitter und Lüftungsöffnungen regelmäßig an, etwa im Frühjahr und im Herbst, und lassen Sie Schäden zeitnah beheben. Holzbekleidungen brauchen je nach Oberfläche von Zeit zu Zeit einen neuen Anstrich.

Was kostet eine hinterlüftete Fassade?

Das hängt von der Bekleidung und der Fläche ab und davon, ob zugleich gedämmt wird. Auch Gerüst, Lüftungsprofile und die Anschlüsse an Fenster, Sockel und Dach spielen eine Rolle. Einen belastbaren Preis gibt es erst nach einer Besichtigung und einem Angebot.

Woran erkenne ich Schäden an einer hinterlüfteten Fassade?

Hinweise sind lose, gerissene oder verschobene Platten, dunkle Verfärbungen und Bewuchs an der Unterkante, beschädigte oder zugesetzte Lüftungsgitter und Nester im Luftspalt. Dann sollte ein Fachbetrieb nachsehen, bevor Feuchtigkeit die Unterkonstruktion angreift.

Kann ich eine hinterlüftete Fassade selbst anbringen?

Davon ist abzuraten. Verankerung, Unterkonstruktion und Luftführung müssen zur Wand, zur Bekleidung und zu den Windlasten passen, und gearbeitet wird meist auf dem Gerüst. Selbst übernehmen können Sie die Sichtkontrolle und das Freihalten der Öffnungen im erreichbaren Bereich.

🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.

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