Ausführlich erklärt
Innerer Blitzschutz einfach erklärt
Was ist innerer Blitzschutz?
Der innere Blitzschutz umfasst die Maßnahmen im Gebäude, die nach einem Blitz gefährliche Funken und Spannungsspitzen verhindern sollen. Kern ist der Blitzschutz-Potentialausgleich: Alle leitfähigen Leitungen, die von außen ins Haus kommen, werden an ihrer Einführung mit dem Potentialausgleich verbunden. Metallene Rohre für Wasser, Gas oder Heizung werden direkt angeschlossen. Bei Strom-, Telefon-, Daten- und Antennenleitungen geht das nicht ohne Weiteres, weil sie Spannung oder Signale führen. Sie werden über Überspannungsableiter eingebunden, die nur im Ernstfall leiten.
Hat das Haus einen äußeren Blitzschutz, kommt der Trennungsabstand hinzu: Leitungen und Metallteile im Haus müssen genug Abstand zu Fangleitungen und Ableitungen halten oder fachgerecht mit ihnen verbunden sein. Wie elektrische und elektronische Systeme vor Blitzfolgen geschützt werden, beschreibt die Norm DIN EN IEC 62305-4. Grundlage sind Blitzschutzzonen: Wo Leitungen von einer Zone in die nächste führen, etwa von draußen ins Haus, werden sie in den Potentialausgleich einbezogen.
Warum ist er wichtig?
Schlägt ein Blitz ins Haus oder in seiner Nähe ein, steigt die Spannung an der Erdung des Gebäudes für einen Moment stark an. Leitungen, die von weit her kommen, etwa das Stromkabel oder die Telefonleitung, folgen diesem Anstieg nicht. Zwischen ihnen und geerdeten Teilen können dann Funken überspringen. Besonders gefährdet sind Geräte, die an zwei Leitungsnetzen hängen, etwa ein Router an Strom und Telefon oder ein Fernseher an Strom und Antenne.
Diese Gefahr besteht auch ohne Blitzableiter auf dem Dach, etwa bei Einschlägen in der Nachbarschaft oder in eine Leitung. Teile des inneren Blitzschutzes sind deshalb auch in Häusern ohne äußeren Blitzschutz sinnvoll, vor allem Überspannungsableiter für die eingeführten Leitungen. Umgekehrt ist ein Blitzableiter ohne inneren Blitzschutz unvollständig. Ein Teil des Blitzstroms sucht sich sonst seinen Weg über die Leitungen, die das Haus mit dem Netz verbinden.
Wann wird er zum Thema?
- Wenn ein äußerer Blitzschutz geplant ist: Der innere Blitzschutz gehört dann dazu, mit Ableitern vom Typ 1 für die Stromversorgung, die Blitzströme tragen können.
- Wenn neue Leitungen ins Haus kommen, etwa ein Kabel- oder Telefonanschluss, eine Satellitenschüssel oder die Leitungen einer Photovoltaikanlage.
- Bei Leitungen nach draußen, etwa zu einem Torantrieb, zur Gartenbeleuchtung oder zu Außenkameras. Auch über sie können Überspannungen ins Haus gelangen.
- Beim Einbau einer Wärmepumpe mit Außeneinheit: Ob die Leitungen nach draußen zusätzlich geschützt werden sollten, beurteilt die Elektrofachkraft.
Gut zu wissen
- Am einfachsten gelingt der innere Blitzschutz, wenn alle Versorgungsleitungen an einer Stelle ins Haus kommen, etwa im Hausanschlussraum. Dann lassen sie sich dort gemeinsam einbinden.
- Planung, Einbau und Prüfung gehören in die Hände einer Elektrofachkraft, bei einem äußeren Blitzschutz zusammen mit einer Blitzschutz-Fachkraft. Lösen Sie keine grün-gelben Leitungen an Rohren oder Schienen.
- Lassen Sie den inneren Blitzschutz bei Prüfungen der Elektro- oder Blitzschutzanlage mit ansehen und bewahren Sie das Prüfprotokoll auf.
Häufige Fragen
Brauche ich einen inneren Blitzschutz, wenn mein Haus keinen Blitzableiter hat?
Teile davon sind auch dann sinnvoll, weil Einschläge in der Nähe oder in Leitungen Überspannungen ins Haus tragen können. Für neue Elektroanlagen verlangen die einschlägigen Normen in der Regel ohnehin einen Überspannungsschutz. Welche Maßnahmen zu Ihrem Haus passen, beurteilt eine Elektrofachkraft.
Was ist der Unterschied zwischen innerem Blitzschutz und Überspannungsschutz?
Der Überspannungsschutz ist ein Teil des inneren Blitzschutzes. Dazu kommen der Blitzschutz-Potentialausgleich, der alle eingeführten Rohre und Leitungen einbezieht, und bei einem Blitzableiter die Trennungsabstände. Erst zusammen verhindern sie gefährliche Funken im Haus.
Welche Leitungen gehören zum Blitzschutz-Potentialausgleich?
Alle leitfähigen Leitungen, die ins Haus führen: Stromkabel, Telefon- und Datenleitungen, Antennenkabel sowie metallene Rohre für Wasser, Gas und Heizung. Rohre werden direkt verbunden, Leitungen mit Spannung oder Signalen über passende Überspannungsableiter.
Woran erkenne ich, ob mein Haus einen inneren Blitzschutz hat?
Hinweise sind Überspannungsableiter im Zählerschrank oder Verteiler und eine Haupterdungsschiene, an die Rohre, Antennenkabel und Erder angeschlossen sind. Ob alles vollständig und wirksam verbunden ist, kann nur eine Elektrofachkraft durch eine Prüfung feststellen.
Wer plant und baut den inneren Blitzschutz?
Eine Elektrofachkraft, bei einem Haus mit äußerem Blitzschutz in Abstimmung mit der Blitzschutz-Fachkraft. Selbst sollten Sie hier nichts anschließen oder lösen, denn es geht um Arbeiten an der Elektroanlage.
Was kostet ein innerer Blitzschutz?
Das hängt davon ab, wie viele Leitungen eingebunden werden müssen, ob ein äußerer Blitzschutz vorhanden ist, wie viel Platz im Zählerschrank ist und ob Erdung oder Potentialausgleich ergänzt werden müssen. Einen belastbaren Preis gibt es erst nach einer Besichtigung.
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.

