Ausführlich erklärt
Stagnationswasser einfach erklärt
Was ist Stagnationswasser?
Stagnationswasser ist Trinkwasser, das längere Zeit unbewegt in einer Leitung gestanden hat. Das Umweltbundesamt spricht davon, wenn das Wasser mehrere Stunden oder sogar Tage nicht ausgetauscht wurde. Umgangssprachlich heißt es abgestandenes Wasser. Es entsteht über Nacht ebenso wie in Leitungen, die selten oder gar nicht genutzt werden.
Während das Wasser steht, verändert es sich. Es nimmt nach und nach die Temperatur der Umgebung an: Kaltes Wasser wird wärmer, warmes kühlt ab. Außerdem gehen aus Rohren, Armaturen und Dichtungen geringe Mengen an Stoffen ins Wasser über. Das lässt sich auch bei geprüften Materialien nicht ganz vermeiden. Je länger das Wasser steht, desto mehr reichern sich diese Stoffe an.
Warum ist es wichtig?
Trinkwasser ist nie völlig keimfrei. Steht es lange, vor allem in warmer Umgebung, können sich Bakterien stärker vermehren und Beläge an der Rohrwand bilden. Im Warmwasser gilt das auch für Legionellen. Keime aus kaum genutzten Abschnitten können zudem in die übrigen Leitungen gelangen und so die ganze Installation belasten.
Das Umweltbundesamt rät deshalb, Wasser, das länger als etwa vier Stunden in der Leitung stand, nicht zum Trinken oder Kochen zu verwenden. Lassen Sie es vorher ablaufen, bis es gleichmäßig kühl aus dem Hahn kommt. Das abgelaufene Wasser können Sie zum Blumengießen oder Putzen nutzen. Bei gesundheitlichen Fragen ist die Ärztin oder der Arzt die richtige Anlaufstelle.
Wann wird es zum Thema?
- Morgens oder nach einem langen Arbeitstag: Nach mehreren Stunden ohne Entnahme lassen Sie das Wasser kurz laufen, bevor Sie es trinken oder zum Kochen verwenden.
- Nach dem Urlaub: Öffnen Sie nacheinander alle Zapfstellen, kalt und warm, bis das Wasser gleichmäßig kühl beziehungsweise heiß kommt.
- Bei selten genutzten Zapfstellen wie einem Gästebad, einer zeitweise leeren Einliegerwohnung oder einem Außenwasserhahn. Ab drei Tagen Stillstand empfiehlt das Umweltbundesamt, sie so lange zu öffnen, bis das Wasser vollständig ausgetauscht ist.
- Wenn die Leitung abgesperrt war, etwa während einer Reise oder weil ein Wasserstopp-System ausgelöst hat. Auch dann lassen Sie das Wasser zuerst ablaufen.
- Nach einem Umbau: In Leitungsenden, an denen keine Zapfstelle mehr hängt, steht das Wasser dauerhaft. Solche Totleitungen sollten fachgerecht abgetrennt werden.
Gut zu wissen
- Nehmen Sie zum Trinken und Kochen nur Wasser aus der Kaltwasserleitung. Warmwasser steht meist länger in der Installation, und Wärme fördert, dass sich Stoffe lösen.
- Eine Zirkulationspumpe hält das Warmwasser in Bewegung. Lange Abschaltzeiten können dazu führen, dass es in den Leitungen abkühlt und steht.
- Nach der Trinkwasserverordnung müssen Wasserversorger auf ihrer Internetseite auch Empfehlungen zum Umgang mit stagnierendem Trinkwasser geben.
- Arbeiten an der Trinkwasserinstallation, etwa das Abtrennen von Totleitungen, gehören in die Hände eines Installationsbetriebs, der beim Wasserversorger eingetragen ist.
Häufige Fragen
Wie lange darf Wasser in der Leitung stehen?
Eine feste Grenze für alle Fälle gibt es nicht. Das Umweltbundesamt nennt als Anhaltspunkt etwa vier Stunden: Wasser, das länger stand, sollte vor dem Trinken oder Kochen ablaufen. Ab drei Tagen Stillstand sollten die Zapfstellen so lange geöffnet werden, bis das Wasser vollständig ausgetauscht ist.
Wie lange sollte man abgestandenes Wasser laufen lassen?
So lange, bis es spürbar kühler wird und gleichmäßig kühl aus dem Hahn kommt. Dann stammt es nicht mehr aus den Leitungsabschnitten, in denen es gestanden hat. Wie lange das dauert, hängt vor allem von der Länge der Leitung ab.
Kann man Stagnationswasser abkochen?
Abkochen kann Keime abtöten, entfernt aber keine Stoffe, die sich aus Rohren und Armaturen gelöst haben. Das Umweltbundesamt rät deshalb, abgestandenes Wasser vor dem Trinken oder Kochen ablaufen zu lassen.
Ist Stagnationswasser gefährlich?
Das hängt davon ab, wie lange es stand und in welchem Zustand die Installation ist. Nach einer Nacht genügt es in der Regel, das Wasser vor dem Trinken kurz ablaufen zu lassen; dauerhaft kaum genutzte Leitungen können dagegen zum Risiko für die ganze Installation werden. Bei gesundheitlichen Fragen ist die Ärztin oder der Arzt die richtige Anlaufstelle.
Sollte ich vor einer längeren Reise das Wasser absperren?
Bei einer Abwesenheit von mehr als vier Wochen empfiehlt das Umweltbundesamt, die Leitungen vorher abzusperren und nach der Rückkehr zu spülen. Klären Sie vorher, ob Geräte im Haus währenddessen Wasser brauchen, etwa eine Heizung mit automatischer Nachfüllung.
Was tun mit Leitungen, die kaum genutzt werden?
Sie sollten regelmäßig gespült oder, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, vom übrigen Leitungsnetz abgetrennt werden. Das dauerhafte Abtrennen übernimmt ein Installationsbetrieb, der beim Wasserversorger eingetragen ist.
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.
