Ausführlich erklärt
Luftwechsel einfach erklärt
Was ist der Luftwechsel?
Der Luftwechsel beschreibt, wie viel Raumluft in einer bestimmten Zeit gegen Außenluft ausgetauscht wird. Fachleute geben ihn als Luftwechselrate an, meist bezogen auf eine Stunde. Ein Luftwechsel von 1 pro Stunde bedeutet: Rechnerisch wird das gesamte Luftvolumen eines Raums oder Hauses einmal in der Stunde erneuert. Bei 0,5 pro Stunde ist es die Hälfte.
Ausgetauscht wird die Luft auf drei Wegen: durch Fugen und Undichtheiten der Gebäudehülle, durch geöffnete Fenster und über eine Lüftungsanlage. Davon zu unterscheiden ist der n50-Wert aus dem Blower-Door-Test. Er ist zwar auch eine Luftwechselrate, wird aber bei einem künstlich erzeugten Druckunterschied von 50 Pascal gemessen. Er beschreibt, wie dicht die Hülle ist. Im Alltag strömt durch die Fugen nur ein kleiner Bruchteil dieser Luftmenge.
Warum ist er wichtig?
Mit der Luft verlassen Feuchtigkeit, Kohlendioxid, Gerüche und Schadstoffe aus Möbeln, Bauprodukten oder Reinigungsmitteln das Haus. Ist der Luftwechsel zu gering, steigt die Luftfeuchtigkeit, und an kalten Stellen kann Schimmel entstehen. Ein bewährter Anhaltspunkt für verbrauchte Luft ist Kohlendioxid, gemessen in ppm, also Teilen pro Million. Nach den Leitwerten, die das Umweltbundesamt veröffentlicht, gilt Raumluft mit weniger als 1.000 ppm Kohlendioxid als hygienisch unbedenklich, mit mehr als 2.000 ppm als hygienisch inakzeptabel.
Ein zu hoher Luftwechsel kostet dagegen Heizenergie, denn jede ausgetauschte Luftmenge muss im Winter neu erwärmt werden. Ziel ist deshalb ein ausreichender, gezielter Luftaustausch statt dauernder Zugluft. Lüften verdünnt auch Radon, das aus dem Baugrund ins Haus gelangen kann. Eine raumluftabhängige Feuerstätte braucht zusätzlich Verbrennungsluft, die von außen nachströmen muss.
Wann wird er zum Thema?
- In der Heizperiode, wenn die Fenster meist geschlossen bleiben, Scheiben beschlagen oder die Luft schnell verbraucht wirkt.
- Nach neuen Fenstern oder einer Dämmung: Durch die dichtere Hülle strömt weniger Luft von selbst nach, gelüftet werden muss gezielter.
- Bei erhöhten Radonwerten: Regelmäßiges Lüften ist nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz eine sinnvolle Erstmaßnahme. Ob es genügt, zeigt eine neue Messung.
- Bei der Planung einer Lüftungsanlage: Wie viel Luft sie bewegen muss, richtet sich nach Größe und Nutzung der Wohnung. Grundlage ist die Norm DIN 1946-6.
Gut zu wissen
- Ein weit geöffnetes Fenster tauscht die Luft um ein Vielfaches schneller aus als ein gekipptes. Am schnellsten geht es mit Durchzug, wenn Fenster auf gegenüberliegenden Seiten offen sind.
- Im Winter reicht kurzes Stoßlüften, weil der große Temperaturunterschied den Austausch beschleunigt. Im Sommer dauert es länger, wenn innen und außen ähnliche Temperaturen herrschen.
- Ein Messgerät für Kohlendioxid oder ein Hygrometer zeigt, wann es Zeit zum Lüften ist.
- Eine Lüftungsanlage sorgt für einen gleichmäßigen Luftwechsel, auch nachts und bei Abwesenheit. Ihre Stufe lässt sich an die Zahl der Personen und an die Feuchte anpassen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Luftwechsel und n50-Wert?
Der Luftwechsel beschreibt, wie viel Luft im Alltag tatsächlich ausgetauscht wird, durch Fugen, Fenster oder eine Lüftungsanlage. Der n50-Wert wird beim Blower-Door-Test bei einem künstlichen Druckunterschied von 50 Pascal gemessen und zeigt nur, wie dicht die Gebäudehülle ist. Ein dichtes Haus mit kleinem n50-Wert braucht deshalb gezieltes Lüften über Fenster oder eine Anlage.
Wie oft sollte man lüften?
Das Umweltbundesamt empfiehlt, mehrmals am Tag kurz mit weit geöffneten Fenstern zu lüften, im Winter nur wenige Minuten, im Sommer deutlich länger. Zusätzlich lüften Sie während und nach dem Kochen oder Duschen und morgens im Schlafzimmer.
Gibt es einen vorgeschriebenen Luftwechsel für Wohnhäuser?
Eine feste Luftwechselzahl für Wohnräume schreibt das Gesetz nicht vor. Die Hessische Bauordnung verlangt, dass Aufenthaltsräume ausreichend belüftet werden können. Welche Luftmengen eine Wohnung braucht, beschreibt die Norm DIN 1946-6.
Reicht ein gekipptes Fenster zum Lüften?
In der Regel nicht. Ein gekipptes Fenster tauscht nur wenig Luft aus, kühlt aber über längere Zeit die Laibung aus und erhöht nach Angaben des Umweltbundesamts den Energieverbrauch deutlich. Besser ist kurzes Stoßlüften mit weit geöffnetem Fenster.
Kostet Lüften im Winter viel Heizenergie?
Kurzes Stoßlüften kostet vergleichsweise wenig, weil die Luft schnell getauscht wird und Wände und Möbel ihre Wärme behalten. Teuer wird es, wenn Fenster stundenlang gekippt bleiben. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kann die Wärme der Abluft zum großen Teil nutzen.
Woran erkenne ich, dass zu wenig gelüftet wird?
Typische Hinweise sind morgens beschlagene Scheiben, eine dauerhaft hohe Luftfeuchte, muffiger Geruch und dunkle Flecken in Raumecken oder an Fensterlaibungen. Auch ein Kohlendioxid-Messgerät, das dauerhaft mehr als 1.000 ppm anzeigt, spricht dafür, öfter zu lüften.
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.
