Ausführlich erklärt
Rettungsweg einfach erklärt
Was ist ein Rettungsweg?
Ein Rettungsweg ist der Weg, über den sich Menschen bei einem Brand selbst in Sicherheit bringen und über den die Feuerwehr Menschen retten und den Brand bekämpfen kann. Die Bauordnungen der Länder verlangen für jedes Geschoss mit Aufenthaltsräumen in der Regel zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie. Aufenthaltsräume sind Räume, in denen sich Menschen nicht nur vorübergehend aufhalten, etwa Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer. In Hessen ist das in der Hessischen Bauordnung geregelt.
In einem Obergeschoss führt der erste Rettungsweg in der Regel über die Treppe. Der zweite kann eine weitere Treppe sein oder eine Stelle, die die Feuerwehr mit ihren Leitern erreicht, meist ein sogenanntes anleiterbares Fenster oder ein Balkon.
Warum ist er wichtig?
Bei einem Wohnungsbrand geht die größte Gefahr meist vom Rauch aus. Er steigt nach oben und kann eine Treppe in kurzer Zeit unpassierbar machen. Im Einfamilienhaus liegt die Treppe meist nicht in einem abgetrennten Treppenhaus, sondern ist offen mit den Wohnräumen verbunden. Brennt es im Erdgeschoss, ist der Weg nach unten deshalb schnell versperrt.
Dann bleibt der zweite Rettungsweg. Er funktioniert aber nur, wenn das Fenster groß genug ist, sich schnell öffnen lässt und die Feuerwehr es von außen erreichen kann. Ein festes Gitter, ein abgeschlossenes Zusatzschloss ohne griffbereiten Schlüssel oder ein Anbau unter dem Fenster können ihn unbrauchbar machen.
Wann wird er zum Thema?
- Beim Ausbau des Dachgeschosses: Neue Aufenthaltsräume brauchen eine feste Treppe und einen zweiten Rettungsweg, oft über ein Fenster in einer Dachgaube oder in der Dachfläche.
- Wenn der Keller bewohnt werden soll: Auch ein Gäste- oder Arbeitszimmer im Keller braucht in der Regel zwei Rettungswege. Ob ein Fenster mit Lichtschacht dafür genügt, hängt von Größe und Ausstieg ab.
- Beim Nachrüsten von Einbruchschutz: Gitter, abschließbare Griffe und jede Fenstersicherung an einem Rettungsfenster müssen sich im Notfall schnell von innen öffnen lassen.
- Bei Anbauten und Bepflanzung: Ein Wintergarten, ein Carport oder hohe Hecken unter dem Fenster können verhindern, dass die Feuerwehr eine Leiter anstellt.
- Wenn Kinder oder hilfebedürftige Menschen im Obergeschoss schlafen: Sprechen Sie den Ernstfall dann besonders sorgfältig durch.
Gut zu wissen
- Für Fenster, die als zweiter Rettungsweg dienen, gelten Mindestmaße. Bei Dachfenstern zählen außerdem der Abstand zur Traufe und die Öffnungsart. Neue Öffnungen in Wand oder Dach gehören in die Hände von Fachleuten, weil Statik und Abdichtung betroffen sind.
- Halten Sie Treppe und Flure frei und laden Sie dort keine Akkus von E-Bikes oder E-Scootern. In Hessen müssen Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, einen Rauchwarnmelder haben.
- Legen Sie mit allen im Haushalt einen Fluchtplan fest: wie jeder aus seinem Zimmer herauskommt, an welchem Fenster die Feuerwehr retten kann und wo der Treffpunkt draußen ist. Wer nachts abschließt, sollte den Schlüssel griffbereit in Türnähe haben.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Rettungsweg und Fluchtweg?
Rettungsweg ist ein Begriff aus den Bauordnungen und umfasst die Selbstrettung ebenso wie die Rettung durch die Feuerwehr, etwa über Leitern. Fluchtweg stammt vor allem aus dem Arbeitsschutz und meint Wege, über die man sich selbst in Sicherheit bringt. Im Alltag werden beide Begriffe oft gleich verwendet.
Braucht jedes Geschoss zwei Rettungswege?
Für jedes Geschoss mit Aufenthaltsräumen verlangen die Bauordnungen in der Regel zwei voneinander unabhängige Rettungswege, in Hessen nach § 36 der Hessischen Bauordnung. Liegt eine Wohnung zu ebener Erde und hat einen direkten Ausgang ins Freie, kann der zweite entfallen. Ältere Häuser haben in der Regel Bestandsschutz, bei Umbau oder Nutzungsänderung gelten für die neuen Teile meist die aktuellen Anforderungen.
Wie groß muss ein Fenster als Rettungsweg sein?
In Hessen verlangt § 40 der Hessischen Bauordnung eine lichte Öffnung von mindestens 0,90 mal 1,20 Metern, und die Brüstung darf höchstens 1,20 Meter über dem Fußboden liegen. Bei Fenstern in Dachschrägen oder Gauben darf die Unterkante oder ein Austritt davor waagerecht gemessen höchstens einen Meter von der Traufkante entfernt sein. Andere Bundesländer können abweichen.
Darf ein Rettungsfenster ein Gitter oder Zusatzschloss haben?
Nur wenn es sich im Notfall trotzdem schnell von innen öffnen lässt und die freie Öffnung nicht kleiner wird. Feste Gitter sind an solchen Fenstern ungeeignet. Schlüssel für abschließbare Griffe oder Zusatzschlösser bewahren Sie griffbereit in der Nähe auf, aber von außen nicht sichtbar.
Was gilt für Rettungswege beim Dachausbau?
Das ausgebaute Dachgeschoss braucht als ersten Rettungsweg eine feste Treppe, eine Einschubtreppe genügt dann nicht. Als zweiter Rettungsweg dient meist ein ausreichend großes Fenster in einer Gaube oder in der Dachfläche nahe der Traufe. Klären Sie das vor der Planung mit dem Bauamt oder einer Fachplanung.
Was tue ich, wenn die Treppe verraucht ist?
Gehen Sie nicht durch den Rauch. Bleiben Sie in einem Raum möglichst weit weg vom Brand, schließen Sie die Tür und rufen Sie die Feuerwehr über 112. Machen Sie sich am Fenster bemerkbar, damit die Feuerwehr Sie über Leitern retten kann.
🤖 Text KI-generiert und redaktionell zusammengestellt. Noch nicht fachlich freigegeben.

